Sag mal, geht bei euch überhaupt etwas im Bett? Geht das denn überhaupt?

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Diese Art von Fragen bekomme ich fast täglich zu hören. Ihr auch? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen!

Nun, ich erlöse euch von den „Qualen“ und beantworte diese Fragen.

Ich würde sogar sagen, dass bei uns so einiges im Bett abgeht. Manchmal stelle ich fest, dass unser Sexleben um einiges aufregender und fantasiereicher ist, als das von anderen Paaren. Wenn mir manche Menschen von ihrem Sexleben erzählen, dann überkommt mich manchmal das Gefühl von „Mitleid“ und das stimmt mich hin und wieder traurig. 😀

Aber ich verschone euch jetzt mit näheren Details bezüglich unserer Vorlieben!

Nein, jetzt mal im Ernst. Früher habe ich mich total darüber aufgeregt, wenn man mir diese Frage gestellt hat. Aber im Nachhinein habe ich mich selbst dabei ertappt, dass ich mich auch bei manchen Menschen mit Behinderung gefragt habe, wie sie ihre Sexualität ausleben können. Mittlerweile finde ich es auch in Ordnung, wenn man solche Fragen stellt. Nur sollte man niemals und ich betone hiermit auch noch mal NIEMALS einem Menschen die Sexualität absprechen und eben zu denken, dass der- oder diejenige kein Sexualleben hat, weil er oder sie mit einer Behinderung lebt.

In diesem Zusammenhang fällt mir auch eine Situation aus meiner Jugend ein. Es war ungefähr in der zehnten Klasse. Es gab da diesen… ich nenne ihn mal Marc. Marc und ich waren auf irgendeine Weise total ineinander verknallt, zueinander gefunden haben wir jedoch nicht. Es war diese gewisse Spannung zwischen uns, dieses Kribbeln und die Schmetterlinge im Bauch.. Wir hatten so viele schöne Momente, in denen wir uns nahe waren. Gleichzeitig aber hörten diese Momente auch plötzlich auf und wir distanzierten uns von der einen Sekunde auf die andere voneinander. Dies wechselte immer wieder… Ich habe mich immer gefragt, warum wir nicht wirklich zueinander finden konnten. Gut, zu seiner Verteidigung muss ich hier auch sagen, dass ich es ihm nicht einfach gemacht habe. Ich komme aus einer streng religiösen Familie und hatte auch selbst die Überzeugung, dass ich mit niemandem zusammen sein möchte, der nicht meinen Glauben teilt… Zudem gehörte auch noch sowas ´wie kein Sex vor der Ehe´dazu… Aber bei Marc gab’s auch etwas, das ihn hinderte, ich wusste nur nicht was es war. Nach unserem Abschluss trennten sich auch unsere Wege; wir haben zwar noch ab und zu miteinander geschrieben, aber uns nie wieder gesehen. Ich habe so oft mit meiner Freundin darüber gesprochen, dass ich es einfach nicht verstand, was das zwischen uns war und warum es so zu Ende gegangen ist.

Irgendwann erzählte sie mir, dass Marc mit ihr über mich gesprochen hat. Er hat ihr wohl seine ganzen Zweifel, die er hatte, geäußert. Er stellte sich eine Beziehung mit einer Frau, die im Rollstuhl sitzt, kompliziert vor und überhaupt ging er davon aus, dass ich keinen Sex haben könnte. Er sagte meiner Freundin, dass ihm der Sex in der Beziehung sehr wichtig sei und er darauf auf gar keinen Fall verzichten möchte.

Als ich das hörte, war ich einfach wütend und zutiefst enttäuscht, weil er nie mit mir darüber gesprochen und das für sich entschieden hat. Das traf mich sehr und hat mich auch lange beschäftigt. Nun könnte man an dieser Stelle sagen, dass er jung und dumm war oder es auf die jugendliche Leichtsinnigkeit schieben. Vielleicht war es das auch…

Aber irgendwie erstreckt sich diese angebliche „Dummheit“ oder die jugendliche Leichtsinnigkeit über jegliches Alter unserer lieben Männer (betrifft sicherlich auch die Frauen;)). Wenn sie etwas älter sind, haben sie Marc nur eins voraus: Sie sprechen mich auf das Thema an und manche fragen mich ganz direkt, ob ich Sex haben kann.

Wenn man fragt, ob jemand Sex haben kann, dann denke ich mir, dass man das auf irgendeine Art und Weise ausschließt, ansonsten würde man diese Frage nicht stellen. Man würde mir eventuell, wenn man das in Betracht zieht, dass ich Sex haben kann, die Frage stellen, inwieweit der Sex vielleicht anders ist oder Ähnliches…

Diese ganzen Fragen bezüglich meines Sexuallebens haben so weit geführt, dass ich irgendwann selbst die Frage an mich gestellt habe, ob ich Sex haben kann und auch anfing daran zu zweifeln. Und überhaupt fragte ich mich, ob ich als vollwertige Sexualpartnerin in der Männerwelt betrachtet werde…

Nun habe ich einen Partner und ein Sexualleben 🙂 Es hat zwar ein wenig gedauert bis es bei uns zum ersten Mal kam, aber wir haben auf jeden Fall einen Weg gefunden.

Wir haben dafür eine sogenannte Sexualassistenz gesucht und gefunden. Sie ist unter anderem auch eine Tantramasseurin und besitzt ihre eigene Praxis. Am Anfang hat sie uns bei meinem Verlobten zu Hause besucht, irgendwann haben wir doch gemerkt, dass es für eine Person zu anstrengend ist uns beim Sex zu assistieren. Dementsprechend entschlossen wir uns, eine zweite Person hinzuzuziehen. Unsere Sexualassistentin hat uns vorgeschlagen ihren Partner zu fragen, der ebenfalls Tantramassagen anbietet. Seitdem sind wir ein „Vierer-Team“, ich weiß nicht, wie ich es sonst nennen soll 😀

Da wir für zwei Stunden Sex, für unsere Verhältnisse eine Menge Geld zahlen müssen, ca. 500 €, haben wir uns entschieden zu dem Pärchen nach Hause zu fahren (oder besser gesagt in ihre „Praxis“), weil es dann ca. 100 € günstiger für uns ist. Ich habe es bereits in einem Blogeintrag geschildert, dass wir eine Stunde Fahrt auf uns nehmen, um die Sexualassistenz in Anspruch nehmen zu können. (http://einfach-katja.de/?p=79)

Wenn wir dort angekommen sind, besprechen wir kurz, wo und wie unsere Assistenten ihre Zeit währenddessen verbringen.

Wir lassen uns dann noch kurz von unseren Assistenten auf das Bett legen. Wenn wir schnell zur Sache kommen möchten, dann lassen wir uns noch eben von unseren Assistenten ausziehen und dann widmen sie sich ihren eigenen Beschäftigungen.

Wenn ich meinen Freunden oder Bekannten die Sexualassistenz erkläre, sage ich immer, dass die Sexualassistenz die Kraft in unseren Händen ist.Wir sind beide nicht in der Lage unsere Hände und unseren Körper zu bewegen (die Hände minimal). In diesen zwei Stunden, die wir uns einmal im Monat leisten können, ist es uns möglich uns überall in erotischer Hinsicht anzufassen, weil unsere Sexualassistenten unserer Hände nehmen und diese dort hinführen, wo wir es uns in dem Moment wünschen. Wenn sich mein Partner zum Beispiel einen Handjob von mir wünscht, lege ich meine Hand um seinen Penis und die Sexualassistentin legt ihre Hand um meine, um für mich die Bewegungen und den Druck von außen auf meiner Hand auszuüben (ist mir auch alleine möglich, allerdings ist es sehr kräftezehrend für mich!). Die beiden bringen uns in jegliche Stellungen, die wir uns wünschen oder ausgedacht haben, führen seinen Penis in mich hinein und übernehmen die rythmischen Bewegungen nach unseren Anweisungen und Vorstellungen usw. Bei den verschiedenen Stellungen ist uns der Lifter häufig behilflich, den ich bereits in einem meiner Einträge erwähnt habe. Wenn ich oben sein möchte, dann hänge ich mich in den Lifter und wenn mein Schatz über mir sein möchte, dann hängt er sich hinein.(http://einfach-katja.de/?p=38) Mit viel Kreativität und Fantasie ist eigentlich so ziemlich jede Stellung möglich, manchmal sieht es vielleicht so aus wie Kamasutra 😀 Wenn die zwei Stunden dann rum sind, kommen unsere Assistenten wieder, ziehen uns an und fahren mit uns nach Hause.

Ich hoffe, ihr könnt euch jetzt ungefähr vorstellen, was eine Sexualassistenz bei uns so macht 😉

Ob es komisch ist zwei weitere Menschen beim Sex dabei zu haben?

Am Anfang auf jeden Fall! Und es gibt immer noch Momente, in denen ich mir zum Beispiel denke, wenn die beiden Sexualassistenten jetzt nicht da wären, dann würde ich dies und das zu meinem Tim sagen. Wobei die beiden absolut gar nichts dagegen einzuwenden hätten, im Gegenteil sie befürworten Dirty-Talk nur. Aber irgendwie komme ich mir dann albern vor, wenn wir nicht alleine sind…. 🙂 Das lerne ich sicherlich auch noch! Ansonsten kann ich mich mittlerweile ganz gut fallen lassen und alles andere um mich herum ausblenden.

Unser Sexualassistenten sind mittlerweile auch ein wichtiger Bestandteil unserer Beziehung, durch sie konnten/können wir uns näher kommen und unser Sexualleben entfalten und ausleben. Das Beste an den beiden ist, dass sie wirklich offen für alles sind und ich das Gefühl habe, dass ich jeden Wunsch und jede Art von Vorlieben äußern kann, ohne dass es mir peinlich sein braucht, denn nur dann kann man sich wirklich fallen lassen und jemanden in solch einen intimen Moment herein lassen!

Eure

Katja <3

Noch Lust auf Sex?

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An Tagen wie diesen, wache ich in einer Kuschelposition mit Tim auf. Wir küssen uns, um richtig wach zu werden und streicheln uns, soweit es uns ohne Assistenz möglich ist.
In diesem Moment würde ich eigentlich am liebsten unter die Bettdecke huschen. Meinem Schatz einen intensiven Blowjob geben. Es würde auch gar nicht lange dauern bis er mich auf den Rücken schmeißen und mir Spaß bereiten würde. Anschließend hätten wir kuscheligen, romantischen Sex, der dann in wilden Sex ausahten würde, mit festem Zupacken an den Haaren, mit ein paar Klapsen auf dem Po u.s.w…ihr wisst ja, wie das ist 😉
Die Betonung liegt hier aber auf „hätte“, „würde“, heißt nicht, dass das alles nicht möglich ist, nur bis dahin dauert es eben.
Aber jetzt heißt es wohl aufstehen: ich muss mich von ihm losreißen, das kuschelige Bett verlassen und vor allem alleine in die Dusche (zusammen duschen, geht leider nicht). Meine Assistentin holte mich aus dem Bett. Ich sah ihr an, dass sie keine erholsame Nacht hatte. Es tat mir auch irgendwie leid. Wahrscheinlich habe ich sie nachts oft gerufen oder sie wurde noch zusätzlich von der Klingel meines Liebsten wach (unsere jeweiligen Assistenten schlafen in einem Zimmer und wenn einer von uns klingelt, werden beide Assistenten wach).
Sie wirkte müde, ein wenig gestresst und angespannt. „Auch das noch“, dachte ich mir. Ich wollte ihre Laune heben, aber auf der anderen Seite wollte ich das doch nicht. Denn mir ging es in diesem Moment auch beschissen: ich wollte Sex und auf Assistenz hatte ich ehrlich gesagt auch keinen Bock! Aber das ließ sich eben nicht ändern.
Wir merkten beide, dass wir „keine Lust aufeinander hatten“, also haben wir begonnen Smalltalk zu führen, um die Situation aufzulockern. Aber auch das gelang nicht so richtig. Das große Schweigen trat ein. Ich versuchte es auszublenden und nur noch daran zu denken, wie der Sex heute sein wird… klingt egoistisch?
Ich finde nicht. Solche Situationen kommen häufig vor. Das ist nun mal so. Man arbeitet sehr eng zusammen und jeder kommt an seine Grenzen. Beschissen ist es nur, wenn man sich in solchen Momenten nicht aus dem Weg gehen kann und ich in dem Fall auf Hilfe angewiesen bin.

Zu dem kam hinzu, dass das Bad meines Verlobten sehr chaotisch und nicht besonders groß ist. Das erhöhte den Stressfaktor der Assistentin in diesem Moment, weil sie nicht genügend Platz hatte, um das Duschgel, Schampoo u.s.w. abzustellen…Ich sagte ihr, dass sie sich nicht stressen soll, schließlich bin ich eine Stunde früher aufgestanden. Aber auch das brachte nichts und so langsam merkte ich, dass ich bald platzte, weil ich jetzt auch genervt bin, denn ich konnte nichts dafür, dass ich oft gerufen habe. Wir beide ließen zwischendurch zickige Kommentare los.
Ich war dann froh, dass ich irgendwann fertig gemacht in meinem Rollstuhl saß.
Ich habe es nicht geschafft zu frühstücken und wir hatten schon 13:45 Uhr. Zeit zum Fahren, denn um 15 Uhr erwartetenuns unsere Sexualassistenten bei sich Zuhause. Wenn ich hungrig bin, werde ich zur Diva, also stopfte ich mir noch schnell eine Scheibe Toastbrot in mich (natürlich mit Hilfe meiner Assistentin).
Wir zwei düßten anschließend schnell zu Tims Auto und nach dem Anschnallen unserer Rollstühle, hatten meine Assistentin und ich endlich Zeit zum durchatmen und ein wenig Abstand voneinander zu nehmen. Ich hatte um ehrlich zu sein auch keine Lust mehr auf Sex, weil mir das alles zu anstrengend war… Mein Schatzi neben mir war total irritiert von meiner schlechten Laune, weil ich vorhin im Bett noch gut gelaunt mit ihm rumgealbert habe. Aber da er meine ab und zu vorkommende launische Art kennt, ließ er mich erst mal in Ruhe.
Es vergingen keine paar Minuten und ich wurde schon wieder redselig. Langsam bekam ich auch mit, dass meine Assistentin sich beruhigt hatte und wieder ein wenig auftaute. Somit war die Situation nach kurzer Zeit aufgelockert und die schlechten Launen verzogen sich ganz schnell.
Als wir dann bei unseren Sexualassistenten angekommen sind, hatten meine Assistentin und ich noch zusätzlich zwei Stunden Abstand voneinander und jeder von uns konnte sich auf eigene Art und Weise ablenken. Ich hatte wundervollen Sex und meine Assistentin bekam bei unseren Sexualassistenten ein eigenes Zimmer und konnte somit zwei Stündchen schlafen.
Danach waren alle ausgelastet und wieder entspannt im Umgang miteinander 😀

Als meine Assistentin das nächste Mal Dienst hatte, haben wir noch mal über die angespannte Situation vom letzten Dienst gesprochen und mussten eigentlich dabei hauptsächlich darüber lachen. Ich habe sie mega lieb, genauso wie sie mich auch! Aber wenn man sich lange und häufig sieht, dann kommt es eben zu solchen Momenten. Das ist absolut normal und vor allem menschlich. Wichtig ist nur, dass man über alles spricht!!

Was ich euch mit diesem Blogeintrag sagen will?
Inklusion bedeutet eben auch voneinander abgefuckt zu sein und miteinander genervt zu sein, miteinander zu lachen, miteinander zu zicken…Ach, eigentlich ist es auch egal was, Hauptsache MITEINANDER und vielleicht bedeutet es sogar manchmal an die eigene Grenze zu gehen (sowohl für Menschen mit als auch ohne Behinderung)……

Liebe Grüße aus Köln,
eure Katja

Schwanger?!

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Vor einigen Wochen hatten mein Freund und ich ein Erlebnis… ein Erlebnis der besonderen Art…
Ich kann es irgendwie nicht in Worte fassen, aber ich beginne einfach mal, wie es angefangen hat.
Ich war eine Woche überfällig… Gedanken habe ich mir natürlich gemacht, ob ich schwanger sein könnte, aber ich wollte mich nicht allzu sehr verrückt machen, da ich schon ganz oft geglaubt habe schwanger zu sein, deshalb nahm ich es erst mal nicht so ernst. Was ist schon eine Woche? Ich versuchte mich mit dem Gedanken zu beruhigen, dass mein Zyklus bestimmt spinnt. Ich versuchte erst mal gar nicht dran zu denken und habe mich mit der Uni und anderen Dingen abgelenkt. Mein Freund fragte immer wieder nach und auch meine Assistenten nervten mich mit der Fragerei, ob ich endlich meine Tage bekommen habe.

Es ist ein großer Traum mit Tim eine kleine Familie zu gründen! Früher habe ich mir eingeredet, dass ich Kinder nicht mag, aber seitdem ich in einer festen Beziehung bin, ist mir bewusst geworden, dass das nur eine Art Selbstschutz war.
Ich habe natürlich große Angst davor! Ich frage mich, ob das auch geht… Habe ich mit meiner Behinderung, die sich auf meine Muskulatur auswirkt, überhaupt genügend Kraft für die Schwangerschaft?
Ich habe eine starke Skoliose. Das gibt mir natürlich zu denken, ob mein Baby überhaupt genügend Platz in meinem Bauch hat?!
Wie wird die Geburt sein? Ich habe sicherlich nicht genügend Kraft, um es selbst auf die Welt zu bringen.
Bekomme ich eine zusätzliche Assistenz für mein Kind? Meine Assistentin ist auf keinen Fall in der Lage sich um meine Bedürfnisse und um die meines Kindes zu kümmern. Übernimmt die Stadt die Bezahlung einer zweiten Assistentin?
Auf jeden Fall würde ein großer Papierkrieg bevorstehen…
Dann wäre da noch was, womit ich mich eigentlich nicht beschäftige, aber da ich eventuell Verantwortung für ein kleines Lebewesen übernehmen werde, kommt es in mir auf…ich bekam mit ungefähr zwei Jahren die Diagnose „Spinale-Muskelatrophie Typ 2“ und die besagt, dass ich eine verkürzte Lebenserwartung habe. Zumindestens hat man das meinen Eltern gesagt, als die Diagnose gestellt wurde. Als Jugendliche habe ich meine Ärzte gefragt, wie lange es mich geben wird, woraufhin sie mir sagten, dass sie das weder sagen können noch wollen. Die Medizin ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass man solche Prognosen nicht mehr stellen sollte. Da ich mich nachts beatmen lasse, kann man wohl noch weniger voraussagen, wie lange es mich geben wird… weil dadurch zum Beispiel die Gefahr eines Atemstillstands in der Nacht vermieden wird. Wie gesagt, eigentlich denke ich gar nicht darüber nach, aber wenn ich mich wirklich entscheiden würde ein Kind zu bekommen… ich frage mich einfach dabei… ob es meinem Kind gegenüber fair ist?! Eventuell auch ohne Mutter aufzuwachsen.
Ich weiß noch nicht mal, ob es eintreten wird und die Ärzte haben mir auch keine Zeit oder Frist genannt, deshalb ist es wahrscheinlich auch nicht nötig sich jetzt darüber Gedanken zu machen. „Andere Kinder verlieren ihre Eltern oder ein Elternteil eventuell durch einen Autounfall oder andere Geschehnisse… mach dir nicht über Dinge Gedanken bei denen du nicht weißt, ob sie überhaupt eintreten werden. Ich bin mir sicher, wir werden großartige Eltern sein.“, sagte mir mein Freund Tim. Recht hat er ja, aber irgendwo verfolgt es mich zwischendurch trotzdem…

Nun ist auch mittlerweile noch eine Woche vergangen, ich war somit zwei Wochen überfällig.
Ich bin morgens mit Übelkeit aufgewacht, tagsüber war mir sehr schwindelig und mir wurde häufig mal schwarz vor Augen… zusätzlich war ich tagsüber unheimlich müde, was ich eigentlich von mir so nicht kenne.
Ich rief meine Mutter an und fragte sie, wie es war als sie mit mir schwanger war. Sie berichtete mir von leichter Übelkeit, Ohnmachtsanfällen und starker Müdigkeit… daraufhin bekam ich große Panik!
Vor lauter Panik kam ich auf die blendende Idee mit meinen Ovulationsstäbchen (diese bestimmen eigentlich die fruchtbaren Tage der Frau, aber laut der Gebrauchsanweisung kann man angeblich auch die Schwangerschaft damit bestimmen). Nun ja, laut diesem Test war ich wirklich schwanger! Ich hing über dem beschissenen Klo mit dem positiven Test und bekam kaum Luft und einen Schweißausbruch nach dem anderen…
Ich bin ja eigentlich mit meinem Studium nicht fertig. Tim und ich wohnen auch noch nicht zusammen, wir führen nämlich eine Fernbeziehung. Eine Schwangerschaft ist zur Zeit absolut nicht passend! Also nahm ich ein paar Stunden später noch ein Ovulationsstäbchen und machte noch einen Test, dieser war jedoch ebenfalls positiv.
Doch irgendwie kam mir das ganze komisch vor. Ich hatte einfach nicht das Gefühl, dass ich schwanger bin, obwohl es dafür ganz viele Anzeichen gab. Nun saß ich da auf meinem Klo und rief heulend Tim an. Nachdem ich ihm gesagt habe, dass wir eventuell Eltern werden, schwiegen wir uns gegenseitig an. Der Schock saß tief! Meine Assistentin war in diesem Moment natürlich auch total in Aufruhr. Ich habe ihr gesagt, dass ich diesen Ovulationsstäbchen nicht traue und daraufhin bot sie mir an auch so einen Test zu machen, schließlich hatte ich noch 50 Stück in meiner Schublade liegen. Ich hielt es für eine gute Idee und fuhr im Flur hin und her, während sie den Test gemacht hat. Ein wenig blass im Gesicht kam sie aus meinem Badezimmer und teilte mir mit, dass sie ebenfalls schwanger ist. „Das kann doch nicht sein! Das wäre nun wirklich ein dummer Zufall, wenn wir jetzt beide schwanger sind! Wir sollten uns morgen einen richtigen Schwangerschaftstest besorgen und dann haben wir Klarheit….“, gab ich genervt von mir.
Über das Ergebnis meiner Assistentin war ich natürlich auch geschockt. Ihr müsst nämlich wissen, dass zur Zeit eine Assistentin nach der anderen schwanger wird und ich nicht das Gefühl los werde, dass ich eine Art Fruchtbarkeitsgöttin bin. Aber ich hatte ja meine eigenen Probleme!
Wir entschieden uns schlafen zu gehen und den morgigen Tag abzuwarten.
Am nächsten Tag bin ich dann ohne vorher auf Toilette zu gehen direkt mit meiner Assistentin zum Rossmann (Drogeriemarkt) gedüst. Ihr hättet dabei sein müssen, wie wir zwei mit drei Schwangerschaftstests und mehreren Chipstüten an der Kasse standen. Die Nerven lagen schließlich blank! Da war Nervennahrung absolut erforderlich! Ich glaube, das war die längste Nacht meines Lebens. Ich habe selbstverständlich sofort den Test gemacht. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr nervös ich war und am ganzen Körper vor Aufregung zitterte .
Dieser Test ergab, dass ich nicht schwanger bin. Ich war total verwirrt von den ganzen positiven und negativen Ergebnissen. Aber auf der Verpackung des Schwangerschaftstest stand, dass das Ergebnis zu 99 % sicher ist. Ich war irgendwie erleichtert und habe dem Test einfach mal vertraut.

Es vergingen Tage und meine Schwangerschaftsanzeichen verstärkten sich und meine Periode blieb immer noch aus. Mittlerweile war ich auch über drei Wochen überfällig. Alle redeten auf mich ein, ich solle doch zum Frauenarzt gehen und mir Klarheit verschaffen. Ich machte auch in der Zeit noch einen weiteren Schwangerschaftstest, der ebenfalls negativ war.
Aber irgendwie glaubte ich langsam, dass ich doch schwanger bin. Ich habe Horrorstorys auf Schwangerschaftsforen gelesen, in denen Frauen berichtet haben, dass sie 13 negative Schwangerschaftstest vor sich liegen hatten und der Frauenarzt ihnen aber mitgeteilt hat, dass sie doch schwanger sind. Vielleicht gehöre ich ja auch zu diesen Frauen, dachte ich mir. Mir war bewusst, dass ich zum Frauenarzt muss!
Das Problem dabei ist nur, dass ich eine große Frauenarztphobie habe und mir sogar lieber die Weisheitszähne ziehen lassen würde, als dass ich zum Frauenarzt gehe. Ich übertreibe wirklich nicht!
Ich lag nur noch im Bett, weil mir so übel war und ich am liebsten den ganzen Tag geschlafen hätte. Zu allem Übel wurde ich auch noch krank und musste deshalb Antibiotikum einnehmen. Meine Mutter kam mich besuchen, um mich gesund zu pflegen. Dabei redete sie die ganze Zeit auf mich ein, ich müsse dringend zum Frauenarzt. Hielt mir natürlich auch Vorträge, dass ich besser beim Sex aufpassen müsse und und und… Sie teilte mir mit, dass sie große Angst davor hat, dass mir was passieren könnte während der Geburt oder der Schwangerschaft. Ich verstand natürlich ihre Sorgen…. Ein Satz bleibt mir glaube ich für immer in Erinnerung: „Schau dich an und überlege gut, was du machen möchtest. Ich bin hergekommen, um dich gesund zu pflegen und dir beim Abhusten zu helfen, weil du kräftemäßig dazu nicht mehr in der Lage bist. Du bist wehrlos! Glaubst du, du könntest dich da noch um ein Kind kümmern und es großziehen?“ Dieser Satz meiner Mutter hat mich zutiefst getroffen! Ich habe mich danach selbst infrage gestellt als eventuell werdende Mutter… Das hat alles nicht geholfen! Im Gegenteil, ich fühlte mich immer mehr entmutigt.
Ich fing an mir große Vorwürfe zu machen, weil ich zu dem Zeitpunkt noch Marcumar („Blutverdünner“) eingenommen habe. Ich erinnerte mich daran, dass mein Arzt mir noch gesagt hat, dass ich während der Behandlung auf gar keinen Fall schwanger werden darf, da ich sonst das Kind verlieren würde. Eine meiner Assistentinnen ist mit einem Arzt zusammen und hat ihm von mir erzählt… Er riet mir dringend zum Frauenarzt zu gehen, um sicher zu gehen, ob ich schwanger bin oder nicht, da Marcumar zu schweren Missbildungen des Embriyos führt.
Ich bekam große Angst, denn ich wusste noch nicht mal, ob Tim und ich ein höheres Risiko haben ebenfalls Kinder mit einer Muskelerkrankung zur Welt zu bringen. Wenn ich dann noch aufgrund meiner Fahrlässigkeit (Frauenarztphobie) dafür sorgen würde, dass mein Kind mit einer „noch größeren Behinderung“ zur Welt kommt, dann hätte ich mir das nie verziehen! Versteht mich nicht falsch, ich würde mich absolut für das Kind entscheiden, wenn es mit einer Behinderung geboren wird! Aber was man verhindern kann, sollte man verhindern, wie zum Beispiel die Sache mit dem Marcumar.
Ich suchte mir eine Frauenärztin aus, was gar nicht mal so einfach war, da nicht alle Praxen barrierefrei sind. Ich bekam sogar ziemlich schnell einen Termin und somit fuhren mein Tim und ich am nächsten Tag zum Kinderwunschzentrum, in dem die Frauenärztin arbeitet. „Kinderwunschzentrum“ das war wohl auch eine Art Ironie des Schicksals!
Die Frauenärztin gab sich wirklich große Mühe mir meine Ängste zu nehmen, doch dieser Termin war der absolute Horror. Es gelang absolut gar nichts. Sie konnte weder einen vaginalen Ultraschall noch einen Abstrich machen, weil ich unheimlich verängstigt war und starke Schmerzen hatte. Wir entschieden uns deshalb erst mal nur ein Blutbild machen zu lassen, damit ich wieder ein wenig entspannen konnte. Doch auch dies war ein schwieriges Unterfangen. Ich glaube, ich wurde 6-8 mal gestochen und beim letzten Stich kamen auch nur 2-3 Tropfen Blut raus. Dieses bisschen Blut gab sie ins Labor, in der Hoffnung, dass man wenigstens den HCG Wert bestimmen kann. Sie versprach mir, mich am nächsten Tag anzurufen und mir mitzuteilen, ob das Labor etwas herausfinden konnte. Ansonsten hätte ich noch mal kommen müssen, um etwas mehr Blut abzugeben. 😀
Als ich aus dem Behandlungszimmer mit Tim rausging, stand am Empfang eine kleine Familie, die wahrscheinlich vor ein paar Tagen ein Baby zur Welt gebracht hat. Ich sah die glücklichen Gesichter und in diesem Moment überkam mich ein riesiges Gefühlschaos. Ich wollte nur noch schnell raus aus dem Gebäude. Vor dem Eingang blieb ich stehen und versuchte mich ein wenig zu beruhigen. Doch es gelang mir nicht, mir flossen nur so die Tränen herunter….. Mir wurde bewusst, dass es das ist, was ich möchte. Ich möchte Mutter werden!
Ich war in dem Moment so glücklich darüber, dass Tim mitgekommen ist. Er ist extra aus Bochum gekommen, um mir beizustehen und hat sogar den Hebelifter mitgenommen, damit ich die Möglichkeit habe beim Arzt auf Toilette zu gehen , dies hätte ich sonst nicht gekonnt. Da ich vor Aufregung alle 10 Minuten auf Toilette muss, war es mir wirklich eine große Hilfe!!

Ich bekam am nächsten Tag den Anruf von der Frauenärztin: „Guten Tag Frau Alekseev! Erst einmal möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich gute Nachrichten für sie habe. Sie sind eindeutig nicht schwanger!…“ Nach diesem Satz habe ich irgendwie aufgehört zuzuhören. Ich wurde wütend und fragte mich, woher die blöde Kuh wusste, dass das gute Nachrichten für mich sind? Ich hätte am liebsten alles um mich herum klein geschlagen… Ich habe gemerkt, dass ich von dem Ergebnis einfach enttäuscht war und mir irgendwo gewünscht habe doch schwanger zu sein.
Irgendwann habe ich mich dann doch beruhigt!
Tim und ich sind im Nachhinein ganz froh, dass es so ausgegangen ist. Vor allem auch wegen der Marcumar Geschichte. Wir wollen erstmal zusammenziehen und uns dann den Kinderwunsch erfüllen! Bevor wir uns jedoch diesen Wunsch erfüllen, wollen wir Spezialisten heraussuchen, die uns aufklären können, welche Gefahren für mich und unser Kind vorherrschen oder auch nicht und auch um in Erfahrung zu bringen, ob unser Kind mit einer Behinderung auf die Welt kommen würde. Uns ist es wichtig, nicht um uns dann gegen das Kind zu entscheiden, sondern um uns einfach drauf einstellen zu können. Dann werden wir natürlich dafür kämpfen eine weitere Assistenz zu bekommen, die uns dabei unterstützt unser Kind zu pflegen…
Eins steht fest, es wird ein langer und harter Weg uns diesen Wunsch zu erfüllen, weil wir uns so viele Dinge dafür organisieren müssen. Ich bin wirklich gespannt und freue mich darauf! Wir werden euch natürlich alles berichten 🙂

Nach der ganzen Geschichte bin ich auf eine Kurzdoku gestoßen, die mir unheimlich viel Mut gemacht hat, mich nicht von meiner Behinderung ausbremsen zu lassen.
Wie ich finde, eine wundervolle Frau:
http://www.ardmediathek.de/tv/Lokalzeit/Lebenslinien-Birgit-Kalwitz/WDR-Fernsehen/Video?documentId=27205326&bcastId=25377998

alles Liebe wünsche ich euch,
eure Katja

Wie alles begann…

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Es war das Jahr 2013! In diesem Jahr habe ich geplant mit dem Deutschen Kinderhospizverein nach Berlin zu fahren. Der Deutsche Kinderhospizverein hat in diesem Jahr eine Berlinfahrt für Menschen mit verkürzter Lebenserwartung organisiert. Meine Freundin berichtete mir davon und versuchte mich zu überreden, dass ich mich als Teilnehmerin für diese Fahrt anmelden soll. Ich war dem Ganzen skeptisch eingestellt, zumal es für Menschen „mit einer verkürzten Lebenserwartung“ war. Ich muss gestehen, das hat mich ein wenig abgeschreckt, worauf hin meine Freundin meinte: „Ist doch total egal, wie die Scheiße heißt, Hauptsache, wir verbringen ein paar schöne Tage in Berlin!“. Recht hatte sie! Also meldete ich mich für diese Fahrt an und schnell stellte sich heraus, dass alle Teilnehmer sich bereits untereinander kannten. Alle sechs Teilnehmer hatten eine Muskelerkrankung.
Die Organisatoren der Fahrt haben uns gebeten zu überlegen, was wir alles in Berlin sehen oder unternehmen möchten. Also tauschten wir uns untereinander aus und da bin ich wahrscheinlich meinem Liebsten aufgefallen.
Er schrieb mich nämlich seit dem regelmäßig über Facebook an und kommentierte jegliche Bilder von mir mit eindeutigen Komplimenten. 😉 Ich fühlte mich natürlich sehr geschmeichelt… Ich habe es geliebt mit ihm zu schreiben, wir haben bestimmt bis um 3 oder 4 Uhr morgens geschrieben und uns Dinge erzählt, von denen noch nicht mal unsere besten Freunde wussten. Es war, wie ich finde, eine sehr intensive Zeit und ich habe die Gespräche mit ihm sehr genossen! Doch irgendwie überkam mich ein mulmiges Gefühl… Nach geraumer Zeit fragte er mich immer wieder, ob ich mich mit ihm treffen möchte und ich bin ihm auf diese Frage immer wieder ausgewichen. Wie gesagt, dieses Gefühl, das ich nicht wirklich einordnen konnte oder eher gesagt nicht wollte.
Ich weiß, es klingt blöd und vielleicht auch ein bisschen gemein, aber einen Freund, der genauso körperlich „eingeschränkt“ ist wie ich, wollte ich nie haben. Und da war er, der Mann, der so charmant und bezaubernd zu mir war… und eine Behinderung hat, die meiner sehr ähnelt.
Ich habe so langsam gemerkt, dass ich auf dem Weg war, mich in ihn zu verlieben… Ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, wie es wohl sein wird, wenn aus uns was Ernstes wird!
Aus Unsicherheit habe ich ihn immer wieder abgewiesen, aber er hat einfach nicht locker gelassen.
Ich hatte Angst… Angst davor, eine Fernbeziehung auf engem Raum zu führen! Schließlich können wir uns beide kaum bewegen. Wie ist das mit der körperlichen Nähe? Werden wir uns küssen können? Was ist zwischendurch mit den kurzen Umarmungen oder Streicheleinheiten, die man als Pärchen austauschen möchte? Wir beide haben eine 24 Stunden Assistenz. Wie wird es wohl sein, wenn zwei Menschen noch zusätzlich um uns herum sind? Kann es dann überhaupt zu intimen und romantischen Momenten kommen? Und wie sollen wir miteinander schlafen? Das sind Fragen, die mir die ganze Zeit nicht aus dem Kopf gegangen sind.
Naja, vor der Berlinfahrt haben wir gesagt, dass wir in Berlin zusammen ins Museum gehen. Als es dann soweit war, habe ich einen Rückzieher gemacht und ihm die kalte Schulter gezeigt. Wie gesagt, diese ganzen Fragen in meinem Kopf haben mich zerrissen. Ich habe mir einfach gedacht, wenn ich mich nicht mit ihm treffe, dann kann ich mich auch nicht in ihn verlieben. Ich bin ein sehr liebesbedürftiger Mensch und körperliche Nähe ist für mich sehr wichtig…
Also, an seiner Stelle hätte ich so ein unschlüssiges Mädel wie mich schon längst abgeschossen.
Nach der Berlinfahrt hat er sich trotzdem nochmal bei mir gemeldet und mir gesagt, dass ich ihn bestimmt in einer ruhigeren Atmosphäre kennenlernen möchte und dass er glaubt, dass mir das in Berlin zu viel Trubel um uns herum war und ich mich deshalb wahrscheinlich nicht auf uns einlassen konnte. Er lud mich noch einmal zu sich nach Hause ein, um mich zu bekochen und mit mir einen gemütlichen DVD Abend zu machen. Ich willigte ein und fuhr zu ihm nach Hause. Ich weiß es noch ganz genau, es war der 21. September 2013. Ich habe den ganzen Tag gebraucht, um mich für ihn hübsch zu machen und war mega aufgeregt… Ich fuhr mit dem Zug zu ihm und er holte mich am Hauptbahnhof ab, wie ein richtiger Gentleman. 😉 Er war soooo aufgeregt, was ich übrigens total bezaubernd fand. Es sollte an diesem Abend Pizza geben, was erst einmal nicht einwandfrei gelaufen ist, denn der Hefeteig, den er mit seinem Assistenten gemacht hat, wollte einfach nicht aufgehen… irgendwann ging er dann doch glücklicherweise auf, aber irgendwie wollte uns das Schicksal einen Streich spielen, denn als die Pizza im Ofen war, ist der Teig nochmal so sehr aufgegangen, dass die Hälfte des Pizzabelags runtergelaufen ist. Es war ihm sichtlich unangenehm, ständig sagte er: „Ich bin so ein Troll, alles läuft schief, ich wollte doch nur einen schönen Abend mit dir!“. Ich fand das alles sehr amüsant und es machte ihn irgendwie sympathisch!!
Wir haben uns zum Essen hingesetzt (unsere Assistenten haben auch mit gegessen) und da war es, dieses Gefühl wieder… Es war komisch, unsere Assistenten dabei zu haben, wahrscheinlich haben wir uns deshalb nur angeschwiegen. Unseren Assistenten war diese Situation auch unangenehm, also entschlossen wenigstens sie sich zu unterhalten und wir beide hörten ihnen zu. Verkorkst, oder?
Nach dem Essen haben wir angefangen einen Film zu gucken und es war wieder komisch, denn unsere Assistenten schauten mit uns den Film. Oouh man, wenn ich das jetzt hier so schreibe, muss ich lachen! Wir hätten ja direkt auf die Idee kommen können, unsere Assistenten raus zu schicken, aber anscheinend macht Aufregung einen ein bisschen doof. 😀
Dazu muss ich sagen, dass mein Liebster auch wirklich sehr schüchtern an diesem Abend war, dementsprechend wurde mir schnell bewusst, das ist ich die Initiative ergreifen muss. Nur wie? Die einzige Möglichkeit ihm nahe zu sein war, sich mit ihm ins Bett zu legen (wenn wir im Rollstuhl sitzen, ist es uns nur möglich Händchen zu halten). Aber gehört sich das für ein erstes Date? Gehört sich das für eine Lady, am ersten Abend mit dem Mann ins Bett zu steigen? Ach, was bedeutet schon Lady? Man lebt nur einmal, sage ich immer! Also faste ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte ihn, ob wir uns ins Bett legen. Unsere lieben Assistenten haben uns natürlich sofort den Wunsch erfüllt und ließen uns alleine.
Und ab dem Zeitpunkt fing unser Date an! Wir haben so viel gemeinsam gelacht und viel erzählt… Alle paar Minuten klingelten wir nach unseren Assistenten, damit sie uns jedes Mal etwas näher aneinander rücken… Und da war plötzlich dieser Augenblick: wir schauten uns tief in die Augen und irgendwie war alles um uns herum vergessen… mein Atem stockte und mein Herz schlug unheimlich schnell! Es war der Augenblick, in dem man sich küssen würde. Ich kann mich noch genau an seine Worte erinnern: „Ich würde so gerne mein Arm um dich legen, dich an mich heranziehen und dich küssen!… aber dafür müssten wir unsere Assistenten holen…“. Irgendwie habe ich mich innerlich darüber geärgert, dass wir in diesem Moment wieder die Assistenten reinlassen mussten. Er hat es mir angesehen und meinte: „Wenn dir das zu unangenehm ist, dann kann ich das verstehen… Nur wäre es schade, oder?“. Ich zögerte zwar kurz, dachte mir aber: „Verdammt, du willst doch jetzt knutschen?!“. Also, haben wir nach unseren Assistenten gerufen und ihnen gesagt, dass sie fürs Küssen unsere Liegeposition ändern sollen. Es hat eigentlich gar nicht so lange gedauert, bis wir die perfekte Position gefunden haben. Anschließend verließen uns unsere Assistenten wieder und wir beide konnten uns hingebungsvoll küssen. Siehe da, küssen klappte schon mal ganz gut. Es war unbeschreiblich schön! Es war der erste Kuss seit langem… Ich hatte schon Sorge, dass ich das Küssen verlernt habe! 😀 Aber jegliche Sorgen dieser Art, waren unbegründet, es lief einfach perfekt. Ich glaube, wir haben uns ungefähr das erste Mal um 3:00 Uhr nachts geküsst und bis 6:00 Uhr früh durchgeknutscht. 😉 Wie gesagt, es war einfach wunderschön!
Am nächsten Tag fuhr ich nach Hause, mit gemischten Gefühlen… Auf der einen Seite ist da dieser Mann, bei dem ich mich irgendwie geborgen gefühlt habe und auf der anderen Seite sind ständig unsere Assistenten um uns herum und müssen uns in Situationen helfen, in denen man keine dritte oder geschweige denn vierte Person dabei haben möchte.
Zuhause angekommen, habe ich nur noch geheult, weil ich einfach nicht wusste, was ich tun sollte. Soll ich es versuchen? Was ist, wenn ich mit dem ganzen Drumherum nicht zurecht komme? Denn das Letzte was ich will, ist diesen wunderbaren Menschen zu verletzen!
Aber vielleicht läuft alles gut? Vielleicht können wir uns damit arrangieren? Vielleicht ist er sogar die Liebe meines Lebens?!
Ich habe einfach gemerkt, dass ich so sehr darauf fixiert war, mich auf keinen Fall in einen Mann zu verlieben, der eine ähnliche Behinderung hat wie ich und somit seine wundervollen Eigenschaften irgendwie ausgeblendet und nur noch schwarz gesehen habe. Ich habe ihm meine Sichtweise geäußert und er hat gesagt, dass wir nie herausfinden werden, wie es zwischen uns laufen kann, wenn wir es nicht einfach ausprobieren… Also probierten wir es 😉 und nun sind wir 1,5 Jahre zusammen!

Von klein auf wurde mir von meiner Familie, aber auch von Freunden und Bekannten eingetrichtert, dass ich doch bestimmt irgendwann einmal einen Mann finde, der genauso ist wie ich…
Ich glaube das hat irgendwelche Schäden in mir hinterlassen. 😀 Manchmal frage ich mich, ob ich meiner Umgebung etwas beweisen wollte, um vielleicht zu zeigen, dass ich wohl in der Lage bin, einen Mann ohne Behinderung „rumzukriegen“. Ich finde, dass ich mich mit dieser Einstellung auch selbst herabgestuft habe. Als ob ein Mann ohne Behinderung etwas besser sei oder einen höheren Wert hätte…
Hätte ich an dieser Vorstellung vom Traumprinzen festgehalten, wäre mir wohl der wundervollste Mensch, der mir jemals in meinem Leben begegnet ist, entgangen. Das wäre unheimlich traurig!

Ihr Lieben da draußen, Liebe ist so wunderschön! Wäre es da nicht traurig, wenn zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind, nicht zusammenkommen, nur weil gewisse Vorurteile oder Vorstellungen bestehen…?
An alle Menschen mit, aber auch ohne Behinderung: Gibt einander eine Chance! <3

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Ganz viel Liebe aus Köln,
Katja <3

Sex – Kann ich meine persönliche Assistenz um Hilfestellung bitten?

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Es war ein ganz normaler kuscheliger Pärchenmorgen. Obwohl so ganz normal ist es doch nicht, oder doch? Mein Freund und ich wissen es auch nicht. Eins ist jedoch sicher, es ist nicht normal jemand zu fragen, ob man mich für den Sex „vorbereitet“.
Klingt alles komisch? Ich klär euch auf! Mein Freund und ich haben eine Muskelerkrankung (wie bereits im Einführungsblog erwähnt). Diese ist bei uns beiden stark ausgeprägt. Wir sind komplett auf Hilfe angewiesen. Beide haben wir eine 24h-Assistenz, die uns in unserem Alltag unterstützt. Es betrifft unser Berufsleben, Freizeitgestaltung…u.s.w. Natürlich spielt auch in unserem Leben Sex eine große Rolle. Leider können wir unser Sexleben nicht ganz nach unseren Vorstellungen und Wünschen ausleben. Wir haben zwei Sexassistenten, die es uns ermöglichen unsere Bedürfnissen auszuleben. Zwei Stunden kosten uns jedoch 400€. Dies führt dazu, dass wir höchstens einmal im Monat Sex haben können, weil es einfach zu teuer ist. Nach langem Überlegen hatten wir eine verdammt gute Idee: einer von uns beiden hängt sich in den Hebelifter und der andere bleibt im Rollstuhl sitzen, so sind wir in der Lage uns oral zu „liebkosen“. 😉

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(Der Elch auf dem Foto dient euch zur bildlichen Darstellung! Für alle, die auch so einen Lifter zu Hause besitzen, es ist die perfekte Sexschaukel;). )

Einen Haken gibt es allerdings! Unsere Assistenten müssten einen von uns in den Lifter hängen, selbstverständlich nackt. Natürlich verlassen unsere Assistenten das Zimmer und bekommen nichts von dem mit, was bei uns passiert. Darum zu bitten, kostet große Überwindung. Wir müssen uns öffnen und unsere Assistenz in eine absolute Intimsphäre lassen. Schwierig für beide Parteien! Es erforderte viel Mut unsere Assistenten zu fragen, ob sie uns auch dabei unterstützen.
Ich für meinen Teil hatte große Angst vor der Reaktion meiner Assistenten. Was ist, wenn es der Assistentin unangenehm ist und sie es trotzdem macht, weil sie mir damit einen Gefallen tun will? Ist das vielleicht eine Art sexueller Belästigung am Arbeitsplatz? Bin ich pervers, wenn ich darum bitte mich in den Lifter zu hängen? Das sind Fragen, die mir dann im Kopf herumschwirren. Wahrscheinlich werden jetzt einige denken, dass das berechtigte Fragen sind. Andere werden wohl beim lesen einfach nur schmunzeln.
Aber zurück zu unserem kuscheligen Pärchenmorgen. Wir haben geknutscht uns sexy Sätze ins Ohr geflüstert. Und dann kam sie: die Lust auf Sex! An dem Tag hatte ich eine Assistentin bei mir, die ich noch nie gefragt habe. Also ging ich mit ihrer Hilfe auf Toilette und fragte sie dann anschließend, ob sie mich in den Lifter hängen würde . Sie sagte daraufhin: „Ääh ja…ist in Ordnung…ist o.k. für mich. Ich mache es…“.
Und da war sie: die Reaktion vor der ich Angst hatte! Sie sagte zwar zu, aber es klang sehr zögerlich. Es fühlte sich an, als hätte ich einen Schlag ins Gesicht verpasst bekommen. In dem Moment habe ich mich auch irgendwie gedemütigt gefühlt….Scham überkam mich! Versteht mich bitte nicht falsch: Ich war ihr absolut nicht böse…ich hatte Verständnis. Ich hatte einfach nur das Gefühl, dass ich ihr damit zu nahe getreten bin und das wollte ich wirklich nicht. Was in ihr vorging, weiß ich leider nicht…ich habe mich nicht mehr getraut das Thema anzusprechen, was wahrscheinlich ein Fehler war. Ich wollte ihr nur nicht nochmal zu nahe treten. Ich bin dann zu meinem Freund gegangen und war einfach nur fertig…fertig von dem ganzen Gefühlschaos. Ich starrte heulend auf die Decke und tröstete mich mit dem Gedanken, dass nächstes Wochenende eine Assistentin da ist, die damit kein Problem hat und uns ihre Hilfe selbst angeboten hat. Ob das ein Trost war? Das weiß ich nicht. Wohl eher nicht, denn Sex wollte ich in dem Moment und dachte dabei nicht an nächste Woche…

 

Dazu muss ich sagen, dass mir das bereits vor über einem Jahr passiert ist. Ich habe mittlerweile gar kein Problem damit, meine Assistenten auf dieses Thema anzusprechen.
Mir ist bewusst geworden, je unsicherer ich mit dem Thema Sexualität umgehe, desto unsicherer gehen meine Assistenten damit um. Wenn eine neue Assistentin bei mir anfängt, spreche ich auch direkt das Thema Partnerschaft und Sexualität an. Ich erzähle ihr, dass ich einen Freund habe und dass wir zum Beispiel regelmäßig zu unseren Sexualassistenten fahren und dass es auch ihre Aufgabe ist, uns dahin zu begleiten. Daraus entsteht meist ein langes Gespräch, weil einfach viele Fragen bei den Assistenten aufkommen. Seitdem ich offener mit meiner Sexualität umgehe, reagieren unsere Assistenten (sowohl die meines Freundes, als auch meine) eigentlich nur positiv und bieten uns sogar Hilfe an, die wir nie im Leben annehmen würden. 🙂

Ihr Lieben da draußen, euch kann ich nur raten, steht zu euch und zu euren Wünschen und Bedürfnissen 🙂

Es wird sich immer ein Weg finden…

Eure

Katja <3

Das bin dann wohl ich und mein Blog!

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Hallo liebe Leserinnen und Leser 😉

Ich heiße Katja und studiere Soziale Arbeit (BA) in Köln.
Seit Oktober 2012 lebe ich in der wünderschönsten Stadt der Welt: Köln!…und seit dem lebe ich auch in Freiheit. Freiheit ist wahrscheinlich mein Lieblingswort! Nein, nicht dass ihr es falsch versteht, ich habe davor nicht in Sklaverei gelebt.
Ich bin bei meinen Eltern aufgewachsen und habe 22 Jahre bei ihnen verbracht.
Im Oktober konnte ich dann endlich ausziehen. Nach dem Abitur freut sich ja eigentlich jeder junge Mensch flügge zu werden und sein eigenes Nest zu bauen. Man möchte viel erleben, Party machen und einfach nur glücklich sein. Das wollte ich auch, absolut!
Es steckte jedoch mehr dahinter. Ungefähr ab dem zweiten Lebensjahr bekam ich die Diagnose Spinale Muskelathrophie. Um es einfach zu erklären, ist dies eine Muskelerkrankung. Ganz WICHTIG: Ich leide nicht an einer Muskelerkrankung, sondern lebe mit dieser Diagnose!
Es bedeutet für mich, dass ich meinen Körper kaum bewegen kann. Meine Füße kann ich millimeterweise bewegen. Allerdings bin ich nach 3 bis 4 Millimeter Bewegung am Ende meiner Kräfte. Meine Arme sind noch am mobilsten. Ich bin noch in der Lage mit einer Gabel selbstständig zu essen, dies dauert allerdings sehr lange und ist ebenfalls kräftezerrend. Das Schreiben gelingt mir zwar, aber auch nur langsam und auch nicht lange Texte am Stück. Meinen Blog verfasse ich übrigens mit Hilfe meines Smartphones, das ich problemlos und uneingeschränkt nutzen kann.
Es fühlt sich an, als wären meine Arme und Beine zu schwer für mich.
Viele fragen mich, ob ich meine Beine spüren kann. Ja durchaus, ich bin nicht querschnittsgelähmt. Ich fühle alles, wenn man mich streichelt, küsst, kitzelt, kneift, kratzt…Jetzt habt ihr vielleicht ein ungefähres Bild von meiner Behinderung.
Seit Oktober 2012 habe ich eine 24-Stunden-Assistenz (keine Betreuer!!!). Ohne Assistenz wäre ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben für mich nicht möglich. Sie pflegen mich (duschen, helfen mir bei Toilettengängen…), erledigen mit mir den Einkauf und den Haushalt, kochen mit mir und reichen mir das Essen an (ich hasse das Wort füttern!), ändern nachts meine Liegeposition, begleiten mich bei Freizeitaktivitäten… Ich habe ungefähr acht Assistentinnen und mit diesen verbringen ich jeweils 24 Stunden oder 48 Stunden am Stück, meistens wechseln sie sich alle zwei Tage ab. Ich kann tun und lassen was ich will. Ich kann duschen, essen und ausgehen, wann ich will. Das beudeutet für mich Freiheit! Das macht mich unheimlich glücklich.
Glücklich? Geht das mit einer Behinderung? JA! Ich habe eine Schwerstbehinderung und bin glücklich, finde mein Leben lebenswert und bin meiner Mutter dankbar, dass sie mich nicht abgetrieben hat!!!!
Was ich hier mit dem Blog bezwecken will?…Ich will euch zeigen, dass ich ein ganz normales Leben führe, wie jeder andere auch. Wobei was ist schon normal?
Natürlich werden mir durch meine Behinderung Grenzen gesetzt, aber die größten Grenzen werden mir durch die Denkweise unserer Gesellschaft gesetzt.
Es fängt schon damit an, dass alle verwundert sind, weil ich Studentin bin oder weil ich mich nachts in Clubs aufhalte… ich werde noch über genügend solcher Situationen berichten.
In meinem Blog werde ich verschiedene Themen ansprechen.
Zur Zeit beschäftigt mich das Thema Sex. Das hat viele Gründe. Natürlich auch, weil ich Sex liebe. Sex gehört für mich zu den schönsten Dingen der Welt! Ich bin in einer Beziehung und dadurch ist das Thema Sex noch präsenter. Mein Freund hat auch eine Muskelerkrankung, die weit fortgeschritten ist (ebenfaĺls wie bei mir). Das erschwert unser Sexleben, aber dennoch haben wir eins! Dafür müssen wir offen darüber sprechen können, um überhaupt unser Sexualleben ausleben zu können. Warum? Weil unsere Assistenten oder spezielle Sexualassistenten uns helfen unsere sexuellen Bedürfnisse auszuleben. Aber was genau damit gemeint ist, verrate ich euch noch in den folgenden Blog-Einträgen.
Mir ist zudem auch aufgefallen, dass z.B. Behinderung und Asexualität gleichgestellt wird. Was in meinen Augen auch erschreckend ist, dass viele mit Behinderung, sich für ihre Sexualität schämen und nicht darüber sprechen mögen, weil das Thema Sexualität und Behinderung tabuisiert wird. Selbst wenn man sich eingesteht, dass Menschen mit einer Behinderung ein Sexualleben haben oder sich eins wünschen, dann spricht man leider meistens nur noch davon, dass sie sich einfach nur Nähe, Kuscheleinheiten und Liebe wünschen. Natürlich wünscht sich auch das jeder. ABER als ich noch Single war, kann ich mich gut daran erinnern, dass ich auch einfach mal nur poppen wollte. Glaubt mir, so geht es vielen anderen mit Behinderung auch! So viel zu dem Thema.
Ich möchte und werde auch deshalb die Dinge beim Namen nennen. Für Einige wird es vielleicht provokant klingen. Wenn das der Fall sein sollte, dann habe ich auf jeden Fall mein Ziel erreicht. Ich möchte die Menschen wachrütteln. Ich will, dass sie „verstehen“, dass auch Menschen mit einer Behinderung Bedürfnisse, Wünsche, Fantasien, Vorstellungen…haben, wie jeder andere auch und das in jeder Hinsicht.
Das liegt auch sicher daran, dass viele gar keine Menschen mit einer Behinderung kennen. Und es liegt auch sicher daran, dass es zu wenig Menschen mit einem Handicap gibt, die offen über sich erzählen. Ich wünsche mir, dass sich das ändert. Deshalb fange ich an zu reden.
Ich werde viele Themen ansprechen. Ich hoffe es gefällt und öffnet so manchem die Augen!

Selbstverständlich sind Kommentare erwünscht! Ich wüsste gerne, womit ihr einverstanden seid oder was ihr komplett anders seht. Ich bin immer dankbar für neue Ideen und Gedanken, deshalb stellt gerne Fragen oder schlagt Themen vor!
Viel Spaß beim Lesen 🙂

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