Nur ich und meine Selbstbefriedigung!

 

Ich hatte vor kurzem einen Traum, der mir einfach nicht mehr aus dem Kopf geht.

Ich ging voller Vorfreude schlafen, denn am nächsten Tag hätte ich eigentlich ein Date gehabt, worauf ich mich schon sehr gefreut habe.

Mein Traum:

Ich saß im Schneidersitz mitten in einer Stadt, um mich herum waren Wolkenkratzer und der Himmel war strahlend blau. Ich saß dort und genoss die Sonne. Plötzlich sprach eine Stimme aus dem Himmel zu mir und sagte:

Warum tust du’s schon wieder? Du hast doch seinetwegen eigentlich ein schlechtes Gefühl und warum hörst du so selten auf dein Gefühl? Bisher haben dich deine Dates nur enttäuscht. Tu dir etwas Gutes. Hör auf dich an den Gedanken zu klammern, dass du unbedingt einen Mann an deiner Seite brauchst. Schau dich an: du bist schön, intelligent und kommst sehr gut alleine zurecht! Du weißt es ganz genau und du benötigst keinen Mann, der dir das bestätigen muss. Das einzige was dir fehlt, ist das Körperliche. Da du jedoch nicht in der Lage bist Gefühle und Sex zu trennen, musst du einen Weg finden dich selbst zu befriedigen.

Denkt dran: Du brauchst nur dich und deine Selbstbefriedigung!

 

Ich kann mich selten an meine Träume wieder erinnern, aber dieser Traum blieb mir im Gedächtnis. Ich bin aufgewacht und konnte mich vor Lachen nicht mehr einkriegen. Ich schaute meine beste Freundin an, die gegenüber von mir auf dem Schlafsofa lag und erzählte ihr lachend von diesem Traum. Ich fand ihn erstmal ein wenig absurd. Hat Gott im Traum mit mir gesprochen?

Obwohl mir der Traum so lächerlich vorkam, beschäftigt er mich bis heute.

Meine beste Freundin und ich haben wahrscheinlich richtig festgestellt, dass es nicht Gott war, der zu mir sprach, sondern ich. Sie meinte, es klingt sehr nach mir!

Die Stimme von oben hat im Grunde genau das gesagt, was ich mir die ganze Zeit denke.

Nur ist es nicht so einfach.

Seitdem ich Single bin, habe ich niemanden, der mich regelmäßig sexuell befriedigt. Damit ist das Thema Selbstbefriedigung enorm in den Vordergrund gerückt. Gedanklich zumindestens.

Es ist mir möglich mich selbst zu befriedigen, allerdings wird es immer schwieriger. Es ist mir jedoch nicht in der Form möglich, wie es bei den meisten der Fall ist. Ich kann mich nämlich nicht mit meinen Händen selbst befriedigen und kann mir auch kein Sexspielzeug unten herum hinhalten.

Ihr fragt euch sicher, wie ich es dann mache?!

Ich entschied mich nicht darüber zu schreiben, zumindestens nicht in diesem Rahmen hier. Ich verrate nur so viel, dass vieles im Kopf stattfindet und meine Art mich zu stimulieren, mir immer schwerer fällt und es mittlerweile dazu führt, dass ich mich selbst immer seltener befriedige. Dieser Fakt oder diese Umstände tragen nicht wirklich zu meiner Ausgeglichenheit bei 😀

Aber Spaß beiseite! Es ist echt hart und nimmt mich emotional momentan sehr mit!

Ich sprach gestern mit einer anderen Freundin noch über meinen Traum und sagte ihr, dass ich mich nun intensiver mit meiner Selbstbefriedigung auseinandersetzen möchte. Sie riet mir mich im Sexshop beraten zu lassen, was es alles an Sexspielzeugen gibt, die ich eventuell doch selbst benutzen könnte. Daran habe ich natürlich schon gedacht, aber alles, was es so gibt, werde ich niemals eigenständig benutzen können. Auch wenn ich einen Vibrator über mein Handy bedienen könnte, müsste mir dieser beispielsweise an meinen Kitzler gelegt werden. Allein der Gedanke daran ist mir sehr unangenehm.

Meine Freundin meinte, dass mir auf keinen Fall irgendwas peinlich sein sollte, denn jeder befriedigt sich. Auch das ist mir bewusst.

Meine Assistenten sehen mich jeden Dienst nackt; fällt meine Periode an, führen Sie mir ein Tampon ein oder wenn ich mal wieder eine Milchsäurebakterien-Kur machen möchte, führen Sie mir auch die Kapseln ein ohne dass das irgendein Problem darstellt; sie waschen mich im Intimbereich, rasieren mich im Intimbereich… all das stellt für mich kein Problem dar.

„Ich verstehe, es geht deine Assistenten natürlich nichts an. Aber was ist, wenn du dir jemanden suchst, der darauf steht dir bei der Selbstbefriedigung zu helfen?“, fragte mich meine Freundin.

„Dann kann ich auch wieder irgendwelche Fuckboys daten, die das liebend gerne übernehmen würden. Aber ich möchte für einen Mann nicht mehr nur ein Objekt sein, an dem man sich lediglich aufgeilt und/oder befriedigt.“, erwiderte ich.

Zudem gibt es etwas, was mir kein Mann dieser Welt geben kann – meine Selbsterfahrung. Das muss ich wohl selbst in die Hand nehmen und einen Weg dafür finden.

Selbstbefriedigung, es ist eigentlich etwas, was ich am liebsten nur mit mir selbst ausmachen möchte. Es ist für mich etwas Intimes und sehr Privates. Wenn ich daran denke, dass meine Assistentin das Sexspielzeug nur passend legt und mich dann alleine lässt, fühle ich mich damit nicht wohl. Natürlich spielt es eine Rolle, dass ich mich frage – obwohl meine Assistentin mir bestätigt, dass sie damit kein Problem hat – ob ich ihr nicht doch, mit dieser Bitte zu nahe trete. Des weiteren überschreite damit auch ich meine Grenzen. Ich fühle mich dabei einfach nicht wohl. Es ist ein Problem, dass ich nur mit mir alleine habe. Woran das liegt, kann ich mir momentan selbst nicht erklären. Wahrscheinlich hinterlassen ich hier in meinem Blog einen sehr offenen Eindruck und ich würde mich auch selbst so beschreiben, aber meine Offenheit hat in mancher Hinsicht noch ihre Grenzen. Vielleicht liegt es auch an meiner konservativen Erziehung… Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass ich mich nun damit auseinandersetzen muss. Denn manchmal ist es ganz schön unerträglich für mich. Gestern bei dem Gespräch habe ich sehr geweint, weil mir noch mal bewusst wurde, dass immer nur andere Menschen meinen Körper überall angefasst haben… seien es meine Assistenten aufgrund der Pflege oder eben Männer, mit denen ich etwas hatte, mit denen ich sehr schöne Erfahrungen gemacht habe, aber nie habe ich mich selbst wirklich angefasst. Das muss und will ich dringend ändern.

Die starke Vernachlässigung meiner Selbstbefriedigung hatte fatale Folgen, kann ich nur rückblickend sagen… Doch das verrate ich euch in meinem nächsten Beitrag 😉

Und nun heißt es für mich, mich erstmal auf eine Reise zu begeben, in der ich meine Einstellung zu meiner Selbstbefriedigung hinterfragen und reflektieren muss… Und ich will nach Lösungswegen suchen. Ich möchte mich öffnen können, ich kann mir wahrscheinlich gar nicht richtig vorstellen, welch eine Welt mir das eröffnen wird…

Eure

Katja

Und wer ist dein Vorbild?

                                

 

Habt ihr auch einen Menschen in eurem Leben, zu dem ihr aufschaut? Der Mensch, vor dem ihr den größten Respekt habt? Dieser Mensch, der euer Leben unheimlich geprägt hat und zwar im positiven Sinne?

Ich habe das große Glück und die Ehre solch einen Menschen kennengelernt zu haben!

Mein Vorbild:

Du, du warst erst 17 Jahre alt, als du in einem fremden Land nochmal neu anfangen wolltest, um dort studieren zu können… Doch nichts lief nach Plan, stattdessen verliebtest du dich und wurdest ungewollt schwanger. Dein Prinz, erwies sich leider im Nachhinein nicht als dein Traumprinz. Dennoch bist du bei ihm geblieben, um gemeinsam mit ihm den kleinen Wurm, den du erwartet hast, großzuziehen. Das Wort „gemeinsam“, verschönert deine Situation eigentlich nur. Im Grunde stellte sich schnell heraus, dass das kommende Kind ganz allein zu deinem eigenen Projekt werden würde.

Dieser Wurm, kann sich heute leider nicht mehr daran erinnern, wie es in deinem Bauch war, aber ich bin mir sicher, dass er gespürt hat, wie sehr du dich auf ihn gefreut hast. Du hattest im Gefühl, dass irgendwas mit der Schwangerschaft nicht in Ordnung schien. Du warst besorgt und bist darum ständig beim Arzt gewesen, weil du dein Baby im Bauch nicht spüren konntest…wie es sich zum Beispiel bewegt hat, so wie es eigentlich bei allen anderen Müttern der Fall war. Doch jedes Mal versicherten dir die Ärzte, dass alles in Ordnung sei. Jedes Mal wenn du mir erzählst, wie die Geburt verlief, bekomme ich Gänsehaut und ich hätte dir so sehr gewünscht, dass es anders gelaufen wäre. Ja, einfühlsame Ärzte und Krankenpfleger gab es leider nicht in Kirgistan… 😀 Du hast dennoch alles gemeistert. Wie soll es auch anders sein?

Nun war dein Kind da und du warst eigentlich ganz auf dich allein gestellt. Deine Sorgen, die du während deiner Schwangerschaft hattest, erübrigten sich leider nicht. Dein kleines Kind hat sich körperlich einfach nicht altersgemäß entwickelt. Wie oft du immer wieder beim Arzt warst und jedes Mal weggeschickt wurdest, bis eben zu dem zweiten Lebensjahr deines Kindes.

Du warst im Krankenhaus und die Ärztin schaute dich an und sagte: „Ihre Tochter hat ganz sicher spinale Muskelatrophie.“ Es wurden Tests gemacht und als sich die Diagnose auch bewahrheitet hat, brach für dich eine Welt zusammen. Es bedeutete, dass deine Tochter nie laufen würde und wenn überhaupt nur das sechste Lebensjahr erreichen wird. Ganz schön hart! Und du warst doch selbst erst noch ein Kind.

So viele Menschen haben versucht dich zu überreden dein Mädchen abzugeben, in ein Heim für Kinder mit Behinderung, um neu anzufangen…schließlich hattest du noch dein ganzes Leben vor dir. Du warst am Boden zerstört, hast nur noch geweint, bekamst Haarausfall ohne Ende und wusstest einfach nicht wie es weitergehen soll. Die medizinische Versorgung war eigentlich gar nicht gegeben, weil die Diagnose auch viel zu „speziell“ war. Du wolltest es nicht wahrhaben und verkauftest deine wertvollsten Sachen, weil es Menschen gab, die dir geschworen haben deinem Kind mit Hilfe von irgendwelchen Therapien doch noch helfen zu können. Du hast an jedem Strohhalm festgehalten…

Du erzähltest mir, dass es da eine Begegnung in der Klinik gab, die deine Einstellung zum Leben und vor allem zu dem deines Kindes verändert hat. Wie gesagt, du hast nur noch geweint und es gab da eine andere Mutter, die ebenfalls ein behindertes Kind hatte. Sie hat dich beobachtet und irgendwann hat sie es einfach nicht mehr ausgehalten. Sie setzte sich neben dich und meinte: „Jetzt höre aber auf zu heulen, das ist ja armselig, wie du dich gehen lässt. Siehst du diese Frau da vorne? Ein Junkie, sie hat ebenfalls ein behindertes Kind. Was hat dieser Junge für eine Zukunft? Was glaubst du? Sie hat noch nicht mal ihr eigenes Leben im Griff. Wie soll sie dann für diesen Jungen sorgen? Ich will gar nicht daran denken, was aus ihm wird. Du bist jung und ja es ist schrecklich, aber du kannst es nicht ändern. Du kannst nur das Beste daraus machen und für deine Tochter da sein. Ihr ein schönes Leben ermöglichen, aber dafür musst du dich zusammenreißen. Also reiß dich verdammt noch mal zusammen!“

Du warst so sauer. Wie konnte sie nur kein Verständnis für dich aufbringen?

Also hast du weiter geweint und dich selbst bemitleidet, bis es dich selbst angewidert hat. Und in dieser Situation erkenne ich mich so sehr in dir wieder. Ja, ich bin es. Dieser kleine Wurm von dem ich die ganze Zeit schreibe, bin ich. Ich würde mich als Glückspilz bezeichnen, weil ich dich als meine Mutter habe. Ständig kritisierst du dich selbst, weil du angeblich so viel falsch gemacht hast. Hör auf damit! Du hast so viel richtig gemacht und das vergisst du wohl.

Ich möchte dich daran erinnern, was es ist.

Du hattest kein Kontakt zu anderen Eltern, die ebenfalls ein Kind mit einer spinalen Muskelatrophie hatten. Mensch, bin ich froh darüber! Du hast einfach dein eigenes Ding durchgezogen und das getan, was du für richtig gehalten hast.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie du meine kleinen Füße auf deine Füße gestellt hast und mich an den Armen festgehalten hast, um mir zu zeigen wie es ist, zu laufen. Aufgrund meiner Skoliose musste ich nur liegen, weil diese sich ansonsten verschlimmert hätte. Ich denke, dass du mit diesen Laufübungen mir die Welt aus einer anderen Perspektive zeigen wolltest, eben nicht nur aus der liegenden. Ich liebe dich dafür!

Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass du mir mein ganzes Leben eingetrichtert hast, dass ich sowohl klug als auch hübsch sein muss! Die Tussi in mir, habe ich nur dir zu verdanken. Ich habe jeden Trend mitgemacht. Du hast mich in die engsten Hosen gesteckt. Die Pfleger in meiner Schule haben dich immer darauf hingewiesen, dass meine Kleidung unpraktisch sei und vielleicht auch unvorteilhaft für eine Rollstuhlfahrerin. Zum Beispiel die Hüfthosen, die ich über alles geliebt habe. Mein Po ließ sich natürlich mit diesen Hosen im Sitzen nicht komplett verdecken, aber dafür musste ich eben längere Oberteile tragen. Und du weißt wie penibel ich darauf achte, dass ich kein Bauern-Dekolleté zeige! Auf den Rat der Pfleger hast du immer wieder erwidert, dass du deine Tochter nicht praktisch erziehst. Auch wenn es bei Toilettengängen länger gedauert hat mich anzuziehen, hast du mich nie in ein Zelt gezwungen.

Mama: „Meine Tochter wird nicht praktisch, sondern modisch erzogen.“ Ich liebe dich so sehr dafür (übrigens bin ich dir immer noch dankbar, dass du mir verboten hast Buffalo-Schuhe zu tragen)!

23 Jahre hast du die Pflege alleine gemanagt. Ich hatte Mitleid mit dir, weil es für dich zum Teil körperlich anstrengend war. Ich weiß noch, dass ich dir gesagt habe, dass ich für dich Schutzhosen tragen würde, um dir ein paar Toilettengänge mit mir zu ersparen. Du sagtest mir: „Seit wann bringt deine Behinderung auch noch eine Inkontinenz mit sich? Und wer nicht inkontinent ist, der trägt für gewöhnlich keine Schutzhosen. Ich lehne dein Angebot ab, junge Dame!“ Auch dafür liebe ich dich über alles!

Eine Situation hat sich ganz doll in meinen Kopf eingebrannt. Es war einer dieser Tage, in dem ich mich mal wieder selbst bemitleidet habe. Ich muss gerade beim Diktieren dieses Satzes über mich selbst lachen. Jedenfalls stand ich vor dir und weinte, wie ein Baby und sagte zu dir: „Ich bin so behindert, nichts kann ich wie Andere. Noch nicht einmal dieses Mäppchen kann ich eigenständig heben.“, und versuchte dabei mit Mühe und Not mein Schulmäppchen zu heben. Du schautest mich böse an und sagtest: „Und jetzt?“. Ich heulte daraufhin noch lauter und düste in mein Zimmer. Von dort aus, hörte ich dich schluchzen. Du hast geweint, Mama, aber du hast es mir in solchen Momenten nicht gezeigt. Du sagtest mir mal, dass du in dieser Situation hättest liebevoller reagieren müssen. Ich halte es jedoch für die richtige Reaktion, du hast mir damit zu verstehen gegeben, dass ich mich selbst so akzeptieren muss wie ich nun mal bin und dazu gehört eben auch meine Behinderung. Es gibt Tage, in denen ich in Selbstmitleid verfalle, aber das dauert nie länger als zwei oder drei Tage, weil ich mich selbst dann nicht mehr im Spiegel ansehen kann. Was bringt es auch? Du hast mich gelehrt mich zusammen zu reißen, unabhängig davon ob es nun gerade um meine Behinderung geht oder eben um etwas Anderes. Wobei, mich aufgrund meiner Behinderung zu bemitleiden, habe ich eigentlich aufgegeben. Und das habe ich nur dir zu verdanken! Ich liebe dich auch dafür!

Ich liebe unsere Verbindung ohne miteinander gesprochen zu haben, wissen wir häufig wie es dem anderen geht. Ich brauche nur ein „Hallo“ am Telefon zu sagen und du erkennst schon am Tonfall, was bei mir los ist. Letztens fragtest du mich direkt, welcher Kerl mir diesmal meine Laune verdorben hat. Verrückt, ist aber so!

Ich möchte dir auf diesem Wege einfach nur danke sagen. Ständig wirfst du mir vor, ich würde mich zu selten bei dir melden, wahrscheinlich weil ich kaum an dich denken würde. Ja, du hast eine treulose Tochter, aber sei dir gewiss, ich denke jeden Tag an dich!

Ich habe dir zu verdanken, was aus mir geworden ist. Eine starke junge Frau, die davon überzeugt ist, dass es nichts im Leben gibt, was nicht machbar ist. Ich muss nur den Willen haben und alles andere fügt sich. Danke dafür!

Du bist mein größtes Vorbild und ich habe den größten Respekt vor dir. Ich bin dir sehr dankbar dafür, dass du mir das Leben geschenkt hast und mir gezeigt hast, dass ich gar kein anderes will…auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die das anders sehen. Über die lachen wir dann gemeinsam. Es geht nicht darum, was du im Leben falsch gemacht hast. Außerdem, was ist falsch? Menschen handeln und reagieren aus Emotionen heraus, dass ist nur menschlich. Ich denke, du weißt was ich damit andeuten möchte. Was für mich zählt, ist das Gesamtbild und du hast es gerockt! Und das obwohl du 17 warst, als du vor der Entscheidung standest und du hast dich für mich entschieden. Nicht nur das, meine Würde zu bewahren, spielte eine große Rolle in deiner Erziehung. Ich liebe dich vor allem dafür, du hast mich nämlich zu einer Frau erzogen!

Ich möchte an dieser Stelle nicht andere Eltern kritisieren, die vielleicht anders gehandelt haben als meine Mutter, aber für mich ist es absolut das Richtige gewesen. Sollte ich dir irgendwann Enkelkinder schenken, würde ich sie genauso erziehen 😉

Am liebsten würde ich dich nun der ganzen Welt zeigen, um zu zeigen wie schön du bist, sowohl innen als auch außen. Du bist schön!

Deine Tochter 🙂

Bye bye, bye bye, meine Liebe des Lebens…

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Ihr Lieben,

ich danke euch allen für die Zuschriften, die ich von euch bekomme und die Nachfragen, wie es mir geht und was bei mir denn jetzt so los sei, da ich immer mal wieder längere Zeit hier in meinem Blog nichts von mir hören lasse… Leider habe ich nicht die Zeit jedem einzelnen zu antworten, darum mache ich es jetzt auf diesem Wege. Dass ich hier nichts Neues blogge, liegt natürlich auch irgendwie daran, dass mein Leben relativ unspektakulär verläuft und es eigentlich auch nichts Neues zu berichten gibt.

Meinen Traumprinzen habe ich natürlich immer noch nicht kennengelernt 😀

Ich hatte bislang wirklich katastrophale Dates, aber auch welche, die wunderschön waren 🙂

Entweder ich erwische Typen, die ich nicht mehr los werde, weil ich Ihnen so gut gefalle, aber sie mir leider nicht oder die Typen gefallen mir, aber haben dann an mir kein Interesse. That’s life!

An den einen denke ich sehr gerne zurück. Ich mochte seine unbefangene Art. Er erzählte mir, dass er bisher keinerlei Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung hatte und dennoch war er vollkommen frei in seinem Verhalten mir gegenüber. Er hat nicht großartig darüber nachgedacht, ob er eventuell was falsch machen könnte oder Ähnliches… Wir waren in dieser Nacht ein fast eingespieltes Team, obwohl wir uns absolut nicht kannten. Irgendwie mag ich Menschen, die nicht viel nachdenken, sondern eher den Moment genießen können. Leider war auch er vergeben 😀

Ein Treffen mit meiner Freundin fasst so ziemlich gut zusammen, was in meinem Liebesleben zur Zeit los ist. Ich erzählte ihr, woran meine letzten Dates gescheitert sind…

Wie gesagt, entweder sie gefallen mir nicht oder sind vergeben, verheiratet. Von dieser Sorte gibt es übrigens einige und leider erfährt man dies nicht direkt. Dann gibt es Männer, die der Meinung sind, dass eine Frau, die ganz offen mit ihrer Sexualität umgeht, nichts für immer sei… Warum auch immer. Versteh ich auch nicht! Wieder andere haben Angst davor in meinem Blog vorzukommen, weil sie eventuell nicht so gut wegkommen könnten… Diese haben dann aber auch nicht verstanden, worum es mir bei diesem Blog geht. Es ist nicht mein Ziel über jedes einzelne Date zu schreiben, sondern nur über die Situation, in denen ich an meine Grenzen gerate und von denen ich glaube, dass sie für den Inklusionsgedanken in Bezug auf das Thema Liebe, Sexualität und Behinderung eine Rolle spielen.

Oder sie hängen eben immer noch an ihrer Ex. Die eine besagte Freundin sagt dann jedoch immer zu mir: „Reiß dich gefälligst zusammen, Katja. Mein Gott, der Typ steht einfach nicht auf dich!“

Und dann gibt es die Männer, die… und hier kommen wir zum Übel des Kerns… mit meiner Behinderung nicht zurecht kommen. „Du bist eine wirklich wundervolle Frau, aber ich weiß nicht, ob ich mit deiner Behinderung klarkomme und allem was dazu gehört.“, als ich meiner Freundin diesen Satz zitierte, sagte sie: „Nicht deren ernst, oder? Das nächste Mal würde ich dir empfehlen ganz traurig zu gucken oder eben auch verzweifelt und denen dann zu sagen: ‚Puuh, das frage ich mich auch jeden Morgen. Wie mach ich das heute wieder?? Ich und meine Behinderung, wir zwei ganz alleine, wie nur?’“… Ich musste einfach so lachen, weil ich mir dieses Szenario vorgestellt habe.

Aber jetzt mal im Ernst. Was bedeutet das für mich genau und für den Menschen, der neu in mein Leben tritt? Unabhängig davon, in welcher Beziehung wir zueinander stehen werden.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich auf einem anderen Planeten lebe, im Gegensatz zu meinen Mitmenschen… Wenn ich Menschen neu kennenlerne, sind sie häufig unheimlich verunsichert. Sie wissen nicht, wie sie mich begrüßen sollen, ob sie etwas falsch machen könnten… Ob sie mir sogar vielleicht wehtun könnten, wenn sie mich anfassen… Warum eigentlich zur Hölle? 😀 Ja, und manchmal ist die Unsicherheit sogar so groß, dass ich glaube, dass sie den Kontakt zu mir meiden.

Oft habe ich das Gefühl, dass ich mehr auf die Menschen zugehen muss, um solche Sorgen eben demjenigen zu nehmen. Im Bezug auf Freundschaften habe ich absolut kein Problem damit. Wenn ich jedoch einen Mann date, fällt mir das doch sehr schwer, weil ich eben auch sehr schüchtern werden kann, wenn der Typ mir sehr gut gefällt. Und eine schüchterne Katja und ein verunsicherter Typ, ist erfahrungsgemäß keine gute Kombi 😀 By the way, vor lauter Aufregung gebe ich den größten Müll von mir, bei meinen Dates. Mein letztes Date fragte mich zum Beispiel, ob ich auch fliegen könnte. Ich schaute ihn daraufhin sehr verdutzt an und sagte: “Ich kann doch noch nicht einmal laufen, wie sollte ich denn fliegen können?“. Er schaute mich ein wenig irritiert an und meinte: “Äh, wie jeder andere normale Mensch auch, mit dem Flugzeug?“… Leute, ich wäre am liebsten in Grund und Boden versunken. Jedenfalls, wurde aus uns auch nichts. Vielleicht lag es auch daran!? Als ich dieses Beispiel einer meiner Assistentinnen nannte, konnte sie sich vor Lachen nicht mehr beruhigen und sagte, dass das doch einfach ich sei und meinte noch: „Taugte der Typ überhaupt was? Ich denke es lag an ihm.Wie immer.Und vielleicht auch ein bisschen daran, dass du nicht fliegen kannst, wie Karlsson vom Dach.“ 🙂

Whatever, die erste Phase des Kennenlernens ist manchmal ganz schön schwierig, und kann auch für mich sehr unangenehm sein. Wenn es zum Beispiel darum geht, sich zu verabreden, muss ich dem/derjenigen sagen, dass ich entweder zum Teil meine Assistenz dabei haben werde oder meine Verabredung muss mir eben meine Jacke an- und wieder ausziehen, mir das Essen anreichen, mein Getränk hoch halten… Je nachdem, was man natürlich so vor hat. Früher war mir das richtig unangenehm. Heute denke ich mir, das gehört zu mir und die Menschen, die mich umgeben, haben absolut kein Problem damit.. Auch wenn die Hand bei der ersten Verabredung beim Essen Anreichen, zitterte… und auch wenn alle anderen Handgriffe ebenfalls ein wenig wackelten, läuft es doch heute perfekt. Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn meine Assistenz mit im Zimmer ist und eine Freundin oder ein Kumpel mich gerade besucht, sind es doch meine Freunde, die mir sofort assistieren, wenn ich um etwas bitte… weil es für sie mittlerweile selbstverständlich geworden ist und sie bevorzugen eindeutig die gemeinsame Zeit mit mir alleine zu verbringen, auch wenn das bedeutet, dass sie mir assistieren. Letztens musste ich innerlich ebenfalls schmunzeln, weil ich eine Freundin habe, die absolut kein Bock auf Pflege hat, mit mir auf ein Festival möchte und von sich aus gesagt hat, dass wir die Toilettengänge jetzt üben müssten, damit wir uns ordentlich betrinken können. <3 I love u, Darling! Was ich hiermit sagen möchte ist, dass alles möglich ist, wenn man sich unheimlich gern hat. Ich bin davon überzeugt, dass sich das auch auf eine Partnerschaft übertragen lässt. Im Grunde ist eine Beziehung ja auch nichts anderes als eine tiefgehende Freundschaft mit der sexuellen Komponente eben. Man muss auf jeden Fall absprechen, was für den Partner in Ordnung ist zu übernehmen und was eben auch für mich in Ordnung ist, dass mein Partner dieses und jenes übernimmt. Aber bisher hat es ja noch keinem Paar geschadet miteinander zu reden, ganz im Gegenteil 😉

Wenn ein Mann sich mit mir trifft und er hatte bisher absolut keine Berührungspunkte mit der Thematik Behinderung, habe ich absolut Verständnis dafür, dass er unheimlich viele Fragen hat, weil es eben etwas komplett Neues für ihn ist.

Ich wünschte, ich könnte eine Tonaufnahme von allen Typen hier online stellen, weil man dann feststellen würde, dass das immer wieder exakt dieselben Unsicherheiten sind, die die Männer haben: „das Leben mit Assistenz, ich weiß nicht ob ich damit zurecht komme…“, “ ich weiß einfach nicht, an welcher Stelle ich dir zu viel helfen würde oder wann zu wenig…“, „ich lebe ja gar nicht barrierefrei, somit könntest du mich nicht besuchen…“. Ach, zu dem letzten Punkt schrieb meine Freundin übrigens letztens: „Ja Katja, ich habe anfangs auch gezweifelt, ob ich dich näher kennenlernen soll. Ich hatte Sorge, dass das mit einer Freundschaft nicht klappt, wegen deiner Behinderung. Du kannst mich ja nie besuchen… Einfach alles. Ich hatte Sorge, dich zu verletzen. Aber zum Glück haben wir uns ja verstanden. Wie absurd ist das!?“ Ich liebe ihre Kommentare, worüber ich in dem einen Moment super traurig war, belustigte es mich in der anderen Sekunde und ich wechsel meine Perspektive.

Ich weiß noch, wie hart es mich damals als Jugendliche getroffen hat, wenn der Typ mich aufgrund meiner Behinderung nicht haben wollte.

Aber irgendwann hatte ich es satt zu glauben, dass ich dem Typen deshalb nicht ausreiche und mich für etwas schlecht zu fühlen, für das ich nichts kann… meine Behinderung. Ich armes, kleines Ding übersah komplett, dass genau diese Typen MIR nicht ausreichten. Ich habe nämlich absolut keine Lust mehr darauf mich nur auf einen Bruchteil meiner Person reduzieren zu lassen. Klar, habe ich eine Behinderung und es ist mir super wichtig, dass die Menschen meine Behinderung nicht vergessen, weil sie eben auch zu mir gehört und mich vielleicht auch zu dem gemacht hat, die ich heute bin. Aber ich habe wesentlich mehr zu bieten als nur meine Behinderung, und wenn der Typ komplett nur meine Behinderung in den Vordergrund stellt, ist er es, den ich nicht haben will!

Ich habe es auch absolut nicht nötig, mir anhören zu müssen, dass er Probleme damit hätte, mich seiner Familie und Freunden vorzustellen. Wenn ich so etwas höre, frage ich mich echt, was in den Köpfen der Menschen vorgeht?

Im Großen und Ganzen fang ich doch an mein Singleleben so langsam zu genießen 🙂

Es gibt Tage, an denen ich mit einem fetten Grinsen vor dem Fenster sitze, weil mir in diesem Moment irgendwie noch mal bewusst wird, dass mir wieder alle Möglichkeiten offen stehen und ich einfach nur das tun kann, worauf ich Lust habe. Natürlich würde ich mich darüber freuen, wenn mein Traumprinz kommt und mein Herz erobert, aber ich finde es nicht mehr schlimm alleine zu sein, sondern sehe eher auch wieder die Vorzüge des Alleinseins.

Ich nehme auch Freundschaften wieder noch mal ganz anders wahr, genieße unheimlich die Zeit mit meinen Mädels 🙂

Letztens hatte ich noch eine interessante Begegnung. Auf dem Weg zum Junggesellenabschied einer anderen Freundin. Ich saß in meinem Schiebe-Rollstuhl und war super unglücklich darüber, weil ich eben auf viel mehr Assistenz dann angewiesen bin und mich mega unselbstständig fühle. Meine Sitzhaltung ist auch nicht gerade die sexieste in diesem Stuhl 😀 wie auch immer, auf jeden Fall saß ich in der Bahn, schaute an einer Haltestelle aus dem Fenster und konnte meinen Augen einfach nicht trauen, weil zu dem Zeitpunkt ein unheimlich attraktiver junger Mann einstieg. Als ich, wie gesagt, aus dem Fenster schaute, trafen sich direkt unsere Blicke, er lächelte mich an und zwinkerte mir zu. Als er in die Bahn kam, begrüßte er mich und setzte sich einen Sitz von mir entfernt neben mich. Ich konnte mich leider nicht umdrehen, um mit ihm Blickkontakt zu halten… Ich saß ja in meinem schäbigen Rollstuhl 😀 mein verkorkste Kopf spielte natürlich auch direkt das Lied von Cro ab:

„Doch dann sieht sie diesen Typ
Findet ihn süß
Setzt sich extra zu ihm hin und denkt sich
Bitte, bitte, bitte, bitte komm
Sprich mich an
Es ist ganz egal, was du jetzt sagen würdest
Ich spring darauf an
Also komm (komm)
Du bist mein Mann (Mann)
Wir gehören zusammen (sammen)
Wenn nicht jetzt, wann (dann)?
Ich hör mein Herz, Bamm!“

Ich musste innerlich lachen, ärgerte mich auch zugleich, weil ich eben nicht in der Lage war mit ihm zu flirten… Ich musste leider auch die nächste Haltestelle schon wieder raus und hatte nichts zum Schreiben dabei. Meine Assistentin musste mich rückwärts rausschieben, daher konnte ich ihn noch mal sehen. Er schaute irgendwie leicht verunsichert, lächelte mich aber wieder an und zwinkerte, sagte mir noch „Tschüss“ und mein Kopf spielte weiter:

„Bye bye, bye bye meine Liebe des Lebens
Und ja, wir beide werden uns nie wieder sehen
Kann schon sein, dass man sich im Leben zweimal begegnet
doch es beim zweiten Mal dann einfach zu spät ist“

Ärgerlich, ich sag es euch, vor allem als meine Assistentin mir dann auch noch am Aufzug gesagt hat, dass er mich die ganze Zeit angeschaut hat 😀

Ich musste immer mal wieder an diese Begegnung denken und irgendwie sind auch die unerwarteten Begegnungen die schönsten, oder? Generell habe ich immer das Gefühl, dass mir die Männer, die ich zum Beispiel beim Feiern kennenlerne, mir viel offener gegenübertreten. Die virtuelle Dating-Welt ist wohl einfach nichts für mich. Tinder werde ich jetzt höchstens nur noch als Fingergymnastik nutzen, damit meine Muskulatur in den Fingern natürlich nicht erschlafft 😛

Eine Assistentin hat mir mal geraten folgende Hose demnächst ständig zu tragen, um eben die Liebe herauf zu beschwören. Vielleicht fahre ich sogar demnächst in dieser Hose Bahn, in der Hoffnung, dass ich meinen Traummann dort noch einmal begegne:

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Nein, jetzt im Ernst. Ich saß letztens in dem Theaterstück: „Haltung, bitte.“ …eine Tanzperformance mit und von Dorisdean. In diesem Stück erzählte eine Darstellerin, dass sie in ihrem Leben viele Rückschläge und Enttäuschungen einbüßen musste und irgendwann entwickelte sie auch den Glauben daran, dass man Rückschläge und Enttäuschungen nicht erlebt, weil irgendwas an einem nicht stimmt, sondern vielmehr, weil etwas viel Größeres und Schöneres auf dich und mich da draußen wartet. Darum, Geduld! Auch wenn es für mich jetzt in Bezug auf die Liebe bedeuten würde, dass ich noch 1000000000000000000 Frösche küssen muss 🙂

Es tat gut, mit meiner Freundin mal wieder über Männer zu lästern. Als sie dann ging, bat ich sie, mich zu umarmen. Woraufhin sie zu mir sagte: „Wieso sollte ich dich umarmen, wenn du mich doch nicht zurückumarmen kannst?“ Und hier wurde mir noch einmal klar, dass ich meine Lieben so sehr schätze, weil sie meine Behinderung absolut nicht ernst nehmen. 😉

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Eure

Katja

Inzestliebe!?

 

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Vor ein paar Wochen beschloss ich mich von allen Singlebörsen zu trennen, um mich einfach nur auf mich selbst zu konzentrieren… Was will ich überhaupt? Was ist mir nun wichtig?

Ich habe eigentlich noch gar nicht so richtig meine letzte Beziehung verarbeitet und stürzte mich von einem Chaos ins andere und darauf hatte ich eben keine Lust mehr… Dachte ich zumindestens.

Obwohl ich mich überall abgemeldet habe, schrieb mich diesmal über Facebook (über meinen privaten Account und nicht über die Bloggerseite) ein junger Mann an. Ich dachte mir nur: das gibt es doch gar nicht! Ich hatte ein Klogriff nach dem anderen bezüglich meiner Männerwahl und nun habe ich mich schon überall abgemeldet, sitze nur an den Hausarbeiten für meine Uni zu Hause, hab dementsprechend absolut gar keine Chance irgendeinen neuen Mann kennen zu lernen und siehe da, es war wieder einer aktuell.

Ich hatte an dem Tag Freunde und Familie zu Besuch, war genervt und als ich seine Nachricht las, dachte ich mir nur: Bitte nicht noch ein Arschloch! Darum wimmelte ich ihn eigentlich auch schnell ab, indem ich ihm sagte, dass er absolut nicht mein Typ sei. Das war natürlich gelogen, ich fand ihn mega attraktiv. Aber unterstellte ihm eben in meiner Welt auch nur ein Schwanz zu sein, wie jeder andere auch. Meine Freundin nennt Männer nämlich nicht mehr Männer, sondern Schwänze 😀

Scherz beiseite. Als ich dann eine einsame Stunde hatte, musste ich wieder an ihn denken und schaute mir nochmal seine Profilbilder an. Und da kam auch wieder mein Sinneswandel, schließlich kann ich ja nicht jedem Mann von vornherein etwas Böswilliges unterstellen und davon ausgehen, dass alle Männer Schweine sind oder eben Schwänze. Also gab ich dem Ganzen eine Chance und schrieb ihn an. Mich wunderte zwar, dass er auf jedem Bild mit dem selben Mädchen zu sehen war, aber er sagte mir, dass es seine Cousine wäre. Ich habe ihm einfach geglaubt, weil ich auch schon häufiger bei Bildern mit meinem Bruder gefragt wurde, ob dies mein neuer Partner wäre. So abwegig fand ich die Erklärung also nicht. In der Wheelchair Couchsurfing Gruppe hat er mich entdeckt, ist dort nicht mehr angemeldet, aber er ist stiller Beobachter dieser Gruppe.

Er erzählte mir direkt am Anfang, dass er bereits eine Beziehung mit einer Frau mit meiner Behinderung geführt hat und dies als eine sehr schöne Erfahrung empfand und sich wieder eine Beziehung wünscht, vielleicht würde es ja zwischen uns passen, meinte er. Ich dachte mir erstmal: wow Junge, chill erstmal. Musste aber auch über mich schmunzeln, da man es mir anscheinend nicht recht machen kann. Auf einfach nur Sex habe ich keine Lust mehr und wenn der Typ von einer Beziehung spricht, dann fühlt es sich für mich auch beklemmend an. Aber wenn ich ganz tief in mich hineinhorche, dann wünsche ich mir doch eine ganz normale Beziehung.

Ich war froh, dass ich mich nochmal bei ihm gemeldet habe, vielleicht würde ja etwas wundervolles daraus entstehen… Ja und seitdem schrieben wir eigentlich jeden Tag von morgens bis abends miteinander. Ungefähr einen Monat lang haben wir Kontakt gehabt. Ich war und bin eigentlich immer noch mitten in meinem Unistress, aber er war eine sehr süße Ablenkung, die ich schon ein wenig genossen habe. Hier und da habe ich an ihm ein paar Mängel gefunden, habe allerdings gehofft, dass diese verschwinden, sobald wir uns persönlich gesehen haben. Wir haben uns über alles mögliche unterhalten, ich musste einfach so oft lachen… Er kommt leider aus einem anderen Bundesland und uns trennen 3 Stunden Autofahrt. Das erschwierigt natürlich das Ganze, meine Freundinnen verdrehten auch alle die Augen als sie das erfuhren, ich könnte mir doch schließlich einen in der Nähe suchen 😀 Stattdessen habe ich immer ein Händchen für Männer, die super weit weg wohnen.

Wir unterhielten uns über Freizeitaktivitäten; wie wir uns unsere Partner vorstellen; über seine Einstellung zu meinem Blog (so eine positive  haben nicht viele Männer), darüber was wir an unserem ersten Date unternehmen könnten… Malten uns alles genau aus, wie wir eventuell kuschelnd im Bett die Zeit verbringen würden, essen gehen und romantisch am Rhein spazieren.  Haben dann auch ein Wochenende festgelegt, an dem wir uns treffen wollten… Ich habe mir nur gedacht, wenn dieser Mann mir auch noch real gefällt, dann ist er ein absoluter Jackpot. Ich musste bei ihm keinerlei Erklärungsarbeit leisten, bezüglich meiner Behinderung… Das wurde mir auch ziemlich schnell klar, als er meinte, dass wir bei unserem ersten Date gemeinsam essen gehen können und er absolut kein Problem damit hätte mir das Essen anzureichen. Ich fand die Vorstellung etwas befremdlich, aber er hatte schon recht, ich möchte meine Assistentin nicht dabei haben und wenn er schon insgesamt 6 Stunden Fahrt auf sich nimmt, um mich zu treffen, dann würden wir wohl auch etwas länger Zeit miteinander verbringen und ums Essen nicht drumherum kommen, sofern natürlich alles passen würde, dachte ich mir.

Zudem dachte ich mir, dass sich für mich eventuell auch ganz neue Möglichkeiten eröffnen würden und das in vielerlei Hinsicht. Er mag es zu schwimmen und fragte mich daher irgendwann, ob ich auch gerne schwimme. Ich war das letzte Mal in der Grundschule schwimmen, hauptsächlich habe ich es bisher nicht mehr gemacht, weil es sehr viel Vertrauen bedarf, schließlich will ich ja nicht ertrinken 😀 Aber die Vorstellung von einem jungen und attraktiven Mann durchs Wasser getragen zu werden, fand ich sehr schön. Wir sprachen darüber, wie ich denn dazu stehen würde, wenn der Partner gewisse Pflegetätigkeiten übernimmt, um sich einfach auch mal eine assistenzfreie Zeit zu ermöglichen und um sich freier in der eigenen Wohnung bewegen zu können. Ich habe diese Erfahrung ja bisher noch nicht gemacht und finde diese Vorstellung vielleicht auch ein wenig merkwürdig, weil ich in erster Linie möchte, dass mein Partner mich sexy findet und ich weiß nicht, ob Toilettengänge mein Sexappeal ein wenig beeinträchtigen würden 😀 Ich möchte das von meinem zukünftigen Partner nicht erwarten, aber ich kann mir doch vorstellen, dass man in diese Situation hineinwächst und die Dinge diesbezüglich in einer Beziehung dann doch anders betrachtet, vor allem eben um mehr Zweisamkeit genießen zu können.

Er war wirklich sehr aufmerksam und hat sich die banalsten Dinge gemerkt, die erfahrungsgemäß viele Männer übersehen oder einfach vergessen 😀 und ich liebe es ja, wenn Männer aufmerksam sind. Meistens habe ich an den Klamotten bei Männern etwas auszusetzen, aber auch das stimmte, was ich so von den Bildern erkennen konnte, kleidet er sich genau nach meinem Geschmack. Das ist selten der Fall! 😀 Generell ist er ein sehr attraktiver Kerl, hat einen, wie ich finde perfekten/sportlichen Körper (wahrscheinlich, weil er Fußballspieler ist und jeder, der mich kennt, weiß, dass ich wegen Christiano Ronaldo schon immer Spieler-Frau werden wollte 😀 ), wunderschöne Augen und entsprach einfach meinem Männlichkeitsbild… Wir haben viel geflirtert und es sind auch hin und wieder ein paar sexy Sätze gefallen und auch bei seinen Fantasien, die er so geäußert hat, hat er meine Möglichkeiten, die durch meine Behinderung bedingt sind, vollkommen berücksichtigt. Ich hätte ihm einfach nichts erklären müssen. Er hat mir unheimlich viel Aufmerksamkeit geschenkt, mir jeden Morgen einen guten Morgen gewünscht und mich gefragt wie ich geschlafen habe usw., das ganze Drum und Dran eben… Ich hatte schon die ganze Zeit den leisen Verdacht, dass er ein Amelo ist. Wenn das alles ein Amelo mitbringt, dann ist das doch super schön. Ich wollte ihn endlich kennenlernen und erfahren, wer sich hinter diesem sympathischen, charmanten Mann verbirgt. Fast hätte ich es vergessen, er ist sogar genau in meinem Alter. Meine letzten Dates waren nämlich um einiges älter 😀 Es war eigentlich alles perfekt! Verrückt!

Wir haben einen Monat miteinander geschrieben und ich hatte in diesem Zeitraum eigentlich absolut keine Zeit für irgendwelche Treffen oder Telefonate, weil ich mit meiner Freundin hier quasi zusammengezogenen bin, um an unseren Projekten für die Uni zu arbeiten. Der Typ und ich haben uns einmal zum Skypen verabredet, das hat dann aber bei uns beiden nicht geklappt.

Nach dem ganzen Wahnsinn von der Uni, wollte ich mir etwas Gutes tun und habe ihn dann gefragt, ob wir (letzten Freitag) skypen wollen. Er hat eingewilligt und hat gesagt, dass er sich wirklich sehr darauf freut. Die Spannung war natürlich riesig, meinerseits. Ich stand an dem besagten Freitag früh auf, um mich für ihn hübsch zu machen. Wir haben uns nämlich für den Vormittag verabredet. Ich war total aufgeregt, entweder hätte ich ihn jetzt noch toller gefunden oder es wäre ein Flop geworden… Auf das Frühstück mit meiner Freundin habe ich seinetwegen verzichtet und ließ sie dann gehen, um mit ihm in Ruhe telefonieren zu können. Er war zur verabredeten Zeit kurz online, aber hat mich nicht angerufen. Ich konnte es einfach nicht fassen. Warum sagt man nicht einfach ab?

Da ich nun ein sehr impulsiver Mensch bin, habe ich ihm meine erste Terrornachricht verpasst. Und glaubt mir, ich habe wirklich lang genug gewartet. Er hat die Nachricht dann auch nachmittags gelesen, aber sich nicht mehr dazu geäußert. Meine Mädels haben sich noch gewundert, dass ich in der Lage war ein solche sachliche Nachricht zu verfassen und ihn nicht auf jegliche Art beschimpft habe. 😀 Und danach fing das große Geheule an. Ich musste noch so viele Vorbereitungen treffen, weil mich am Samstag mein Grundschullehrer mit seiner Frau besuchen wollte. Ich hatte einfach absolut keine Lust mehr. Warum läuft es immer so ab? Irgendetwas stimmt immer an den Typen nicht. Ich beschloss mich in Selbstmitleid zu baden und saß da hergerichtet vor dem Fernseher, heulend und schaute Grey´s Anatomy. Ich konnte mich dann doch wieder aufraffen und machte alle Besorgungen, heulte mich bei den Vorbereitungen bei meiner besten Freundin aus… Wir putzten natürlich gemeinsam. Sie meinte noch: „Als ich durch die Tür kam und die Putzeimer sah, wusste ich, dass mit dem Typen irgendetwas schief gelaufen ist.“ 😀

Wir haben natürlich nur miteinander geschrieben und ein paar Sprachnachrichten untereinander verschickt, aber nach einem Monat lässt sich schon eine Art Bindung aufbauen und bei mir war auf jeden Fall ein Hauch von verknallt sein vorhanden. Er sagte mir, dass es bei ihm genauso wäre und er sich total darauf freut mich persönlich zu treffen. Gespannt auf unseren ersten Kuss und die ersten Berührungen ist. Ich war anfangs skeptisch, aber ließ mich dann doch mitreißen. Der Samstag war dann für mich eine Katastrophe, ich fragte mich die ganze Zeit, warum er sich nicht meldet und ich absolut keine Erklärung von ihm erhalte. Schließlich haben wir viel Zeit für das Schreiben aufgebracht. Ich musste mich zusammenreißen nicht vor meinem Grundschullehrer beim Essen los zu heulen. Wenn ich in die Küche ging, um mit meiner Assistentin etwas vorzubereiten, verlor ich immer wieder ein paar Tränchen, reißte mich wieder zusammen und tat am Tisch so als wäre nichts… Abends, bevor ich zu dem Geburtstag einer sehr guten Freundin gegangen bin, kam meine beste Freundin auf die glorreiche Idee dem Typen von ihrem Account aus eine Nachricht zu schicken. Von der ganzen Heulerei hatte ich natürlich nichts mehr in der Birne und hielt dies für eine großartige Idee. Ihr Profil war eigentlich so eingestellt, dass er keine Verbindung zu mir herstellen konnte, sie hat sich ja schließlich nicht als meine Freundin in der Nachricht ausgegeben. Wir wollten wissen, ob er nur auf meine Nachrichten nicht mehr reagiert oder ob er generell nicht zurück schreibt. Ich habe übersehen, dass meine beste Freundin so gut wie auf jedem zweiten Bild in Facebook zu sehen ist und darunter Kommentare wie: ich liebe dich über alles; du bist meine Beste, stehen. Wir haben versucht das Ganze noch irgendwie zu retten, indem wir an meinen Facebook Einstellungen bastelten, damit er meine Bilder nicht mehr einsehen kann, aber ich war einfach viel zu abgefuckt und wollte nur noch zu meiner Freundin.

Auf dem Geburtstag in der Bar haben mich alle liebevoll ausgelacht und mich für meine Aktion gelobt, weil es eben wieder typisch Katja war. Einfach nur sinnlos. Es wäre wohl nicht schlimm, dass ich mich bei ihm nun als Psychopathin entpuppt habe, weil er das Aschloch ist, das man nicht verstehen muss. Hach, Freunde sind doch was ganz feines. 🙂

Er hat die Nachricht von meiner Freundin auch nicht gelesen. Ich fand es sehr seltsam, denn er war eigentlich wirklich häufig online und schon habe ich mir angefangen ein wenig Sorgen zu machen. Vielleicht ist ja etwas passiert und ich denke nun darüber nach, warum er sich bei mir nicht meldet. An dem Sonntag hatte ich dann nur Zeit für mich und somit widmete ich mich weiterhin meinem Selbstmitleid. Ich glaube, es ginge auch gar nicht mehr um ihn, sondern darum, dass ich wirklich nur verkorkste Typen anziehe. Zu dem Zeitpunkt war mir ein bestimmtes Detail noch nicht bekannt. Ich schickte ihm noch eine ausführliche Nachricht, in der ich geschildert habe, wie ich mich gerade fühle und ich es fair finde, wenn er kein Interesse an mir hat, mir das einfach auch mitteilt und nicht nur so eine asoziale Aktion bringt. Wie das so ist, verschicken Frauen sehr gerne Screenshots und eine meiner Assistentinnen wollte wissen, was ich ihm genau zuletzt geschrieben habe. Daraufhin stalkte sie ihn und schrieb mir, dass es ihr unheimlich leid tut, was sie mir nun sagen wird… Aber das Mädel auf seinem Profilbild ist garantiert nicht seine Cousine. Meine Assistentin schickte mir ihr Profil zu und ich konnte mich selbst überzeugen. Das Profil seiner „Cousine“ ist voll von Pärchen Bilder mit ihm und die Kommentare darunter bestätigten eindeutig, dass die beiden in einer Beziehung sind. Glaube sogar seit 3 Jahren. Ich war so geschockt! Das hätte ich einfach nicht gedacht. Und da saß ich da: eine Schnapsleiche vom letzten Abend, die verheult in ihrem dunklen Wohnzimmer gammelte und beim Anschauen der Pärchenbilder einen Lachkrampf nach dem anderen bekam. Ich habe wie eine Irre gelacht. Ich kann nicht erklären warum, aber mir fiel ein Stein vom Herzen. Meine Assistentin fragte mich die ganze Zeit wie es mir geht, weil sie sich Sorgen gemacht hat, aber irgendwie war ich erleichtert. Ich wusste woran ich jetzt bin. Meine Gefühle wechselten jedoch ständig. Ich war verletzt, wütend, traurig, dann wieder sauer… Andererseits auch froh, weil wir uns nicht getroffen haben. Wir hätten ansonsten sicher miteinander geschlafen und dann hätte ich nie wieder was von ihm gehört. Er wusste genau, dass es das ist, was ich nicht mehr möchte.

Gestern hat er sich dann bei mir gemeldet und sich entschuldigt. Seiner Oma ging es wohl sehr schlecht und er musste ganz dringend zu seiner Familie. Hatte dann natürlich auch noch sein Tablet vergessen. Ich fragte mich, für wie dumm er mich hält!? Er hatte sich schon mal drei Tage nicht gemeldet, weil er angeblich sein Handy verloren hat und dann drei Tage gebraucht hat, um mir das zu sagen. Ich hab es dann einfach so hingenommen, hätte ja sein können. Aber das mit der Oma war eindeutig zu viel. Wie kann man einfach nur so lügen? Mir vorzugaukeln, dass man sich eine Beziehung wieder wünscht und noch viel größeren Bullshit. Ich wusste nicht, was ich tun soll und hab mir kurz einen Spaß daraus gemacht das Spiel mitzuspielen. Hab ihm gesagt, dass es mir leid tut, dass es seiner Oma so schlecht geht und dass ich ihr wünsche, dass sie ganz bald wieder gesund wird. Ach ja, und natürlich dass ich ihn schrecklich vermisst habe… Mit einem Herz selbstverständlich dran. Er war wahrscheinlich etwas irritiert von meinem Verständnis und bedankte sich bei mir dafür und erwiderte, dass er mich auch vermisst hat. Ich musste über diese Unterhaltung so sehr lachen. Meine beste Freundin und ich haben uns psycho- Szenarien ausgemalt. Wir haben überlegt, dass ich das Spiel einfach mitmache und es eventuell ja doch schaffe ihn zu mir zu lotsen. Ich würde meine Wohnung dann überall Bilder von uns beiden aufhängen oder besser gesagt das Gesicht seiner Freundin rausschneiden und meins hineinkleben 😀 Wir hatten noch viele weitere Ideen zum Beispiel einen Altar aufzubauen mit ganz vielen Blumen und kleinen Bildern und selbstverständlich Kerzen, aber dann hätte ich noch einen Monat länger mit ihm schreiben müssen und da ich leider viel zu tun habe, kann ich ich mich darum nicht kümmern. Schade eigentlich, ich habe schon immer davon geträumt meine psychopathische Ader auszuleben, aber bisher taten mir alle Männer dann doch leid. Bin wohl doch kein Psychopath. Er hätte es auf jeden Fall verdient. Stattdessen fragte ich ihn, ob er wissen möchte, was ich am Sonntag gefunden habe. Daraufhin schickte ich ihm ein Bild mit seiner Freundin, welches sie am Samstag Abend online gestellt hat. In der Zeit war er eigentlich bei seiner Oma. Ich stellte ihm die Frage, ob das nicht seine Cousine wäre und erklärte ihm, dass es doch Inzestliebe wäre, was die beiden betreiben.

Er entschuldigte sich bei mir und gestand mir, dass er sich nur an meinen Bildern aufgegeilt hat. Er findet Frauen mit Behinderungen einfach geil und versteht es selbst nicht, darum die ganze Masche. Er hofft wohl, dass er mich nicht allzu sehr verletzt hat. Gewünscht hat er sich, dass das Ganze unter uns bleibt und es zu beenden. Nach seiner Ex hat er nie wieder eine solche Frau gefunden, er möchte gern mehr von mir, aber es geht leider nicht. Ich verstand einfach nicht, was er von mir wollte. Waren es nur die Bilder, auf die er scharf war? Daraufhin antwortete er mir tatsächlich, dass er sich erstmal nur das von mir wünscht. Erstmal, WTF??? Es ist für ihn nicht so einfach zu dieser Neigung zu stehen, weil er nicht blöd dargestellt werden möchte, darum hat er wohl mehrfach versucht seine Neigung „abzulegen“… Ihm war wohl zum heulen zumute, wobei ich finde, dass er alles bekommen hat, was er wollte und dazu absolut kein Grund hat. Einerseits betrachtet das als ein Riesenfehler mit uns, aber wenn die Zeit passend ist, würde er sich andererseits auch mit mir treffen, weil ich so gesagt das perfekte Bumsmaterial für ihn bin. Er kann das angeblich gut trennen, seine Beziehung und seine Vorliebe für Frauen mit Behinderung. Er sagte mir, dass nicht alles gelogen wäre, was er mir geschrieben hat, sondern eben nur sein Beziehungsstatus. Ich fand es alles widersprüchlich.

Ich hab so geweint, weil mich noch nie jemand der Art verarscht hat. Ich war sauer, aber gleichzeitig hat er mir auch leid getan. Er scheint mit seiner Neigung zu kämpfen. Und warum? Weil er sich dem Denkmuster und der Norm unserer Gesellschaft fügt, weil es der einfache Weg ist. Er ist Fußballspieler, ich kann mir gut vorstellen, dass es noch schwieriger ist sich in diesen Kreisen „zu outen“. Eine Frau mit einer Schwerstbehinderung ist vielleicht nicht die perfekte „Spieler-Frau“ unter den Jungs. Wahrscheinlich ist er auch noch zu jung und darum so feige. Aber was nimmt er dafür in Kauf? Er scheint kein erfülltes Sexualleben zu haben und das kann, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, sehr belastend sein. Viel schlimmer finde ich, dass er dabei andere in Mitleidenschaft zieht. Er spielt mit den Gefühlen von anderen Frauen, täuscht, belügt, betrügt und verletzt vor allem. Seine Freundin wird ihm wahrscheinlich nie alles geben können, was  er sich wünscht und braucht. Es gibt jedoch Männer, denen sie in jeglicher Hinsicht vollkommen gefallen würde. Mit seinem Schweigen nimmt er ihr die Möglichkeit selbst zu entscheiden, ob er IHR unter diesen Umständen ausreicht und ob sie mit ihm ihr Leben verbringen möchte oder nicht. Laut meiner und der Analyse meiner Freunde geht es ihm nicht nur um Wichsmaterial, denn dann lässt man sich nicht so viel Zeit beim Schreiben und legt nicht so viel Wert auf die „Beziehungsebene“. Seine Fantasie eine „Beziehung“ mit einer Frau mit Behinderung aufzubauen, lebt er darum virtuell aus.  Im Grunde macht er sich selbst und andere sehr unglücklich, aber in erster Linie sich selbst. Es könnte alles so einfach sein, wenn man weniger Wert darauf legt, was die Gesellschaft vielleicht denken könnte. Jeder sollte in erster Linie an sein eigenes Glück denken und dieses nicht von Denkweisen anderer Menschen beeinflussen lassen. Er wusste ganz genau, dass ich mich auf das Schreiben mit ihm nicht eingelassen hätte, wenn er mir gesagt hätte, dass er vergeben ist. Darum das ganze Theater! Wenn er unbedingt an seiner Beziehung festhalten möchte, dann ist es der bessere Weg den Frauen mit Behinderung ehrlich zu sagen, was er möchte. Es gibt sicher Ladys, die sich darauf einlassen. Er hat mich noch gefragt, ob wir noch weiterhin Kontakt haben können, in dem wir normal weiter schreiben. So ganz kommt er davon nicht weg. Ich wünsche ihm, dass er eine nette Lady mit Behinderung kennenlernt und sich für die entscheidet.

Da ich auch auf mein Glück achten muss, bin ich auf keinen Fall die zweite Wahl, sondern die erste!

Katja

Brüdaz

                                                        2015-01-04 01.12.21

Was sind wahre Freunde?

Eine wahre Freundin lacht mit dir stundenlang… nein, sogar mehrere Tage über ein und denselben Witz oder dieselbe lustige Erfahrung, die du gemacht hast.

Sie kauft für dich ein, wenn du todkrank im Bett liegst…

Sobald sie erfährt, dass der Lifter mal wieder kaputt gegangen ist, sagt sie dir, dass sie so schnell sie kann zu dir eilt, um deiner Assistentin zu helfen dich auf Toilette zu bringen und dich zu duschen…

Wenn eine neue Assistentin ihren ersten Arbeitstag bei dir hat, schläft eine wahre Freundin an diesem Tag bei dir, weil sie genau weiß, dass du dich in dieser Nacht etwas unsicher fühlst…

Direkt nach einer Trennung streicht sie mit dir gemeinsam deine Wohnung, damit du deine alten Erinnerungen hinter dir lassen und einen Neubeginn starten kannst …

Bricht ein Typ dir dein Herz, schlägt sie dir sogar wutentbrannt vor, 400 km Weg auf sich zu nehmen, um ihn zu schütteln und um ihm sagen zu können, welch großartige Frau er sich da gerade entgehen lässt… (Keine Sorge, liebe Männer… Es ist nur ihre Fantasie gewesen, aber wenn ich das wollen würde, macht sie es ganz sicher 😀 fürchtet euch doch ein wenig!)

Fühlst du dich vielleicht mal wieder unattraktiv und unwohl, weil du jeden Moment deine Periode bekommst, dann sagt sie dir, wie schön dein Körper überhaupt ist und dass dein in wenigen Tagen geplantes Sexdate total heiß auf dich sein wird…

Ja, sie würde sogar einen Soft Tampon aus dir herausholen, weil sie genau weiß, wie schrecklich du es findest, wenn die Assistentin es macht…

Sie verbringt auch mit dir Weihnachten, damit du an diesen Tagen nicht alleine bist…

Wenn du eine paranoide Attacke hast, streichelt sie dir über den Kopf und lacht dich dabei aus… 😀

Sie hat Spaß daran deine Psycho-Fantasien weiter auszumalen und muss es gleich übertreiben, indem sie deine übertüncht…

Auf dem Abschlussball lässt sie ihren Freund für den ersten Tanz stehen, weil sie erfahren hat das dein Tanzpartner dir abgesagt hat…

Und wenn ihr euch ein Jahr nicht gesehen und nichts voneinander gehört habt, hat sich zwischen euch doch nichts geändert…

Ich könnte noch so viele weitere Beispiele nennen… Es handelt sich hierbei aber nicht nur um eine Freundin, diese Erfahrungen mache ich mit verschiedenen meiner Mädels.
Ich bin einfach super froh sie zu haben, weil Freunde eben das Leben doch so sehr bereichern und es lebenswert machen.

                                                              2015-01-04 01.12.52

In den letzten Tagen habe ich viel über meine Freundschaften nachgedacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich recht spät wirklich tiefgründige Freundschaften geführt habe.
Es war schwierig für mich in der Schule Freundschaften zu schließen, weil ich sehr lange auf einer Förderschule war. Intellektuell waren wir in der Klasse kaum auf dem selben Niveau, daher fiel es mir sehr schwer den Anschluss zu finden. Meine Pause verbrachte ich oft mit Zivildienstleistenden und FSJlern. Da sie nun älter waren als ich, hatten meine Lehrer Sorge und schlugen mir vor die Schule zu wechseln. Ich wechselte nach Köln auf eine Schule, in der es mir möglich war alle Abschlüsse zu machen, die ich konnte und wollte. Ich weiß nicht, wie es jetzt ist, aber zu dem Zeitpunkt gab es nicht so viele Förderschulen, an denen man auch Abitur machen konnte. Für gewöhnlich erreichte man damals höchstens den Hauptschulabschluss A an einer Förderschule. Nun standen mir aber in Köln alle Wege offen und ich habe gehofft, dass ich dort auch Freunde finde.

Ich habe mich deutlich besser mit meinen Klassenkameraden verstanden, aber es war dennoch etwas schwierig. Die Schüler kamen aus ganz Nordrhein-Westfalen, darum konnte man nach der Schule nichts gemeinsam unternehmen. Gemeinsame Freizeitaktivitäten stärken selbstverständlich die Freundschaft. Dies war wenn überhaupt nur selten möglich.
Natürlich sind mir meine Klassenkameraden ans Herz gewachsen und ich war traurig als wir nach unserem Abschluss getrennte Wege gegangen sind. Aber das alles lässt sich nicht mit dem vergleichen, was danach kam…
Ich habe in Köln dann auch an der selben Schule mein Abitur angefangen, allerdings ist mir zu dem Zeitpunkt bewusst geworden, dass ich richtig unglücklich war und aus diesem Grund musste ich dann auch die Schule abbrechen. Ein ganzes Jahr habe ich versucht eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten zu finden. Dies war jedoch in unserem Dorf sehr schwierig.

Eines Tages ist mir dann mein Grundschullehrer über den Weg gelaufen, für diesen Tag bin ich einfach so dankbar heute. Er wollte natürlich wissen, was aus mir geworden ist und nachdem ich ihm von meiner Situation berichtet habe, schien ich ihm wohl nicht mehr aus dem Kopf zu gehen. Denn ein paar Wochen später erhielt ich einen Anruf von ihm. Er fragte mich, ob ich nicht mein Abitur nachholen möchte… Natürlich wollte ich! Er versprach mir, mich dabei zu unterstützen eine Schule zu finden, die barrierefrei ist und mich aufnehmen würde. Ich habe mich natürlich riesig darüber gefreut, aber so richtig glauben konnte ich es nicht, dass alles klappt…
Es verging kaum Zeit und schon musste ich mich bei dem Schuldirektor der Gesamtschule vorstellen. Das Gespräch mit ihm verlief sehr gut und er hat noch mal ausdrücklich betont, wie sehr er sich freut, dass ich an dieser Schule mein Abitur nachholen möchte.
Ich hatte super große Angst davor, schließlich war ich bisher nur auf Schulen, die für Menschen mit einer Behinderung ausgelegt waren. Ich war sozusagen eine von vielen und nicht anders.
Ich fragte mich die ganze Zeit, wie es sein wird, wenn alle um mich herum keine Behinderung haben. Werde ich eventuell gemobbt?
Generell habe ich immer ein Problem damit neue Leute kennen zu lernen, weil ich anfangs total schüchtern bin.
Meine neuen Lehrer kamen immer wieder auf mich zu und fragten mich, ob es mir gut geht und ob sie etwas für mich tun könnten, damit ich mich wohler fühle.
Relativ schnell stellte sich heraus, dass der Toilettengang an dieser Schule ein Problem darstellen würde, weil es keine Liege in dem behindertengerechten Bad gab. Darum war ich gezwungen in der Pause immer nach Hause zu gehen, um auf Toilette gehen zu können. Den Lehrern fiel auf, dass ich nie in den Pausen mit meinen Klassenkameraden zusammen war. Sie suchten mit mir das Gespräch, aber waren selbst deshalb etwas ratlos. Der Schulleiter wollte mit mir einen Antrag für eine Liege stellen, aber eine Genehmigung dieser Liege hätte eventuell Monate dauern können. Und wie immer bekam mein Grundschullehrer auch von diesem Problem Wind und kurze Zeit später stand eine Liege in dem Bad der Schule.

Seitdem verbrachte ich ganz normal meine Pausen mit meinen Klassenkameraden. Es war einfach ganz anders, denn in der Pause unterhält man sich über private Dinge und man verabredet sich nach der Schule. Wenn es um Verabredungen ging, habe ich mir ein wenig Sorgen gemacht, weil ich nicht wusste, wie meine Klassenkameraden reagieren, wenn ich ihnen erzähle, dass sie mir mein Essen anreichen müssten und mir meine Jacke an/ausziehen müssen usw. Damit hatten sie kein Problem, vielmehr hatten sie Sorge mir eventuell wehtun zu können, aber da ich nicht auf den Mund gefallen bin und sehr gut erklären kann, verflogen diese Unsicherheiten sehr schnell.
Mir hier und da zu helfen, war für sie selbstverständlich. Ich denke so gerne an diese Zeit zurück, weil ich in der Zeit so viel über mich und über die Menschen, von denen ich umgeben bin, gelernt habe… Es gab einfach so viele rührende Momente. Während meiner Abizeit brauchte meine Mutter dringend eine Auszeit und war darum für ein paar Tage nicht zu Hause, meine Mädels haben mir dann angeboten die Pflege zu übernehmen… Als es darum ging den Ort für unsere Abschlussfahrt zu finden, wollten die meisten ins Ausland. Ich wollte meinen Klassenkameraden die Abschlussfahrt nicht verderben und habe darum nicht gesagt, dass eine Abschlussfahrt im Ausland mit mir eventuell schwierig umzusetzen ist, weil man eben schauen muss, ob dort alles barrierefrei ist und die Hin- und Rückfahrt mit meinem Elektrorollstuhl möglich sein muss. Um meinen Klassenkameraden keinen Strich durch die Rechnung zu machen, habe ich mich damit abgefunden nicht mitzufahren. Irgendwann fiel jedoch auf, dass man mich bei der Planung vergessen hat. Es haben sich aber schon einige auf eine Abschlussfahrt im Ausland eingestellt und es entstand ein wenig schlechte Stimmung in unserer Stufe. Daraufhin gab es dann eine Sitzung mit der gesamten Stufe, in der die Lehrer vorgeschlagen haben unsere Stufe für die Abschlussfahrt aufzuteilen. Die einen hätten ins Ausland fahren können und die anderen wären mit mir in Deutschland geblieben. Ich fand diesen Lösungsvorschlag natürlich nicht so toll… und war dann sehr überrascht über die Reaktion meiner Klassenkameraden. Sie ruderten zurück und sagten, dass sie wohl bei der ganzen Vorfreude auf die Fahrt vergessen haben, dass ich eine Behinderung habe und dass gewisse Dinge beachtet werden müssen, deshalb entschied sich der Großteil der Stufe in Deutschland zu bleiben, weil die Organisationen in der kurzen Zeit realistischer war. Ob ich das gut oder schlecht finde, wenn meine Behinderung vergessen wird, das lass ich hier so stehen, aber diese Abstimmung hat mich sehr berührt, weil es gezeigt hat, wie sehr wir als Stufe zusammengewachsen sind. Leider mussten wir feststellen, dass Hamburg auch nicht wirklich barrierefrei war, somit musste ich viel getragen und geschoben werden. Vielleicht waren wir aber auch zu dämlich, aufgrund des hohen Alkoholkonsums, barrierefreie Routen herauszusuchen.

Wie auch immer, es war eine wirklich sehr schöne Zeit und nach dem ich ausgezogen bin, habe ich noch mehr tolle Menschen kennengelernt, die nun meine dicksten Homies sind und ebenso sind, wie ich sie hier am Anfang beschrieben habe…

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PS: Lieber Grundschullehrer, ohne deine Unterstützung im Laufe meines ganzen Lebens, würde ich heute schlimmstensfalls Schrauben in einer Behindertenwerkstatt sortieren oder ich wäre eine langweilige Rechtsanwaltssekretärin geworden. Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Ich verdanke dir, dass ich heute dort stehe, wo ich stehe 🙂

PSS: Ich habe zwar viele sehr gute Freundinnen, aber männliche, handwerksbegabte und am liebsten schwule Freunde fehlen mir sehr, da meine Wohnung eine reinste Baustelle ist. Bussi.

Katja

Die Männer mit der gewissen Vorliebe für Frauen mit einer Behinderung…

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Nun habe ich euch ja bereits von ein paar meiner Daterfahrungen berichtet… Und bei den ganzen Konversationen mit den Männern aus den Online-Dating-Portalen ist mir besonders eine Männergruppe auf einer Singlebörse für Menschen mit Behinderung aufgefallen. Männer, die explizit auf Frauen mit einer Behinderung stehen. Mir war bewusst, dass es Menschen gibt, die eine solche Vorliebe haben, aber ich habe mich damit nie wirklich auseinandergesetzt, weil ich eben in einer Beziehung war.
Ich muss doch ehrlich sagen, dass ich es sehr befremdlich fand, als ich das erste Mal davon hörte.

Ja und jetzt als Single wurde ich mit der ganzen Thematik konfrontiert, weil mich viele Männer mit dieser Neigung angeschrieben haben.
Wie gesagt, ich fand es seltsam, aber ich wollte offen sein und habe mich auf Chats mit den Männern eingelassen. Die Gespräche verliefen sehr unterschiedlich, die einen waren nur darauf aus mir Fragen zu meiner Behinderung zu stellen, wieder andere haben sich auch für mich und meine Behinderung interessiert (so ziemlich ausgeglichen). Zweiteres war mir natürlich angenehmer und sympathischer…

Dennoch fragte ich mich, was genau diese Männer explizit an Frauen mit einer Behinderung reizt. Ich konnte es irgendwie nicht wirklich nachvollziehen, daher dachte ich mir, wenn sie mir eine Menge Fragen zu meiner Behinderung stellen, dann kann ich sie ebenfalls ausfragen.

Viele sprachen davon, dass es ihnen gefällt, wenn der Körper anders aussieht, nicht der Norm unserer Gesellschaft entspricht… Zum Beispiel, die „schlaffen“ Beine (die fehlende Muskulatur in den Beinen), oder eben die „Verformungen“ am Körper (meine Hände kommen zum Beispiel sehr gut an)… Bei manchen konnte ich heraushören, dass sie doch darauf stehen beim Sex eine gewisse „Macht“ über die Frau zu haben. Das waren alles Infos, bei denen ich erst mal schlucken musste…
Ich habe viel darüber nachgedacht und fragte mich im Nachhinein, warum es mich „entsetzt“ hat. Im Grunde ist doch gar nichts dabei!

Sehr wahrscheinlich war es für mich befremdlich, weil die Männer genau das an mir super schön fanden, was ich an mir absolut nicht mag… die Haltung meiner Hände, die fehlende Muskulatur in meinen Beinen, meine sichtbare Skoliose usw. Einer sagte mir zum Beispiel, dass sich bei ihm nichts regen würde, wenn er einen Playboy vor sich liegen haben würde und sich die ganzen Playmates anschaut. Und siehe da, dieser Gedanke gefiel mir sehr. In seinen Augen konnten die Playmates mit mir nicht mithalten. Welche Frau hört so was nicht gerne?

Nach längerem Kontakt ist mir auch aufgefallen, dass ich mich diesen Männern gegenüber ganz anders verhalten habe… beim Austausch von Bildern zum Beispiel habe ich ganz andere Bilder verschickt. Bei anderen Männern ohne diese Neigung habe ich, glaube ich, unterbewusst Bilder gewählt, auf denen man zum Beispiel meine Skoliose nicht auf den ersten Blick erkennt…oder die Haltung meiner Hände…wahrscheinlich aus der Sorge genau deshalb abgelehnt zu werden.

Das war in dem Fall anders. Einem habe ich mehrere Ganzkörperbilder von mir geschickt und seine Reaktion daraufhin war: „Wow, dein Körper ist so vollkommen, wie ich ihn selten in meinem Leben gesehen habe“. Für ihn war ich vollkommen. Das Gefühl vermittelte er mir auch bei unserem Date und das war natürlich wunderschön!

Und bezüglich des Themas „eine gewisse Dominanz beim Sex zu genießen“, ist mir doch wieder eingefallen, dass ich ja sehr auf dominante Männer stehe und es mich eben sehr anturnt dem Mann „ausgeliefert zu sein“ und nicht zu wissen, was als nächstes passiert… dies bedarf allerdings großes Vertrauen! Von daher, wenn beide sich in ihrer Rolle wohlfühlen, ist doch alles perfekt.

Außerdem hatte ich bei keinem dieser Männer das Gefühl, dass sie „verrückte Perverse“ sind… Davon gehen jedoch viele Menschen wahrscheinlich aus, weshalb diese Männer auch sehr vorsichtig mit ihrer Vorliebe umgehen und anfangs ganz vorsichtig anfragen, ob man damit ein Problem hätte.

Schon krass, dass man in unserer Gesellschaft nicht offen damit umgehen kann, weil man beispielsweise um seine Karriere eventuell bangen oder generell schiefe Blicke ernten muss…
Dabei vergessen wohl die Meisten, dass es hierbei nur um Äußerlichkeiten geht.

Niemand muss es verbergen, dass er oder sie auf große Brüste, blonde Haare, einen muskulösen Körper… steht. Ich zum Beispiel stehe darauf, wenn der Mann einen schönen flachen Bauch hat, noch schöner finde ich es, wenn er leicht muskulös ist. So hat doch jeder von uns seine Vorlieben, Vorstellungen und Schönheitsideale.

Gleichzeitig frage ich mich, ob es auch so verpönt wird, weil unsere Gesellschaft automatisch ausschließt, dass Frauen mit einer körperlichen Behinderung durchaus begehrenswerte und attraktive Frauen sind? Und es deshalb als abnormal gesehen wird, dass es Männer gibt, die vollkommen auf diese Gruppe von Frauen abfahren. Oder unterstellt man uns sogar, dass wir nicht in der Lage sind ein „Nein“ zu äußern, wenn wir etwas nicht wollen? Sind wir in den Augen der Gesellschaft aufgrund unserer Behinderung schützenswerter?

Meiner Meinung nach vollkommener Bullshit! Es gibt so viele Frauen mit einer Behinderung, die selbstbewusst sind und genau äußern können, was sie wollen und was eben nicht. Und davon sind auch noch viele verdammt heiß!

Es gibt solche und solche Frauen, aber das hat ja nicht immer etwas mit der Behinderung zu tun.

Also ihr Lieben, denkt nach, bevor ihr abstempelt und erweitert euren Horizont 🙂

Eure

Katja

Der Wahnsinn vor dem Date…

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So ganz unerfolgreich wie in meinem letzten Beitrag beschrieben, ist meine Suche nach dem, was auch immer ich suche, nicht. Wobei das Wort „suchen“ auch nicht das Richtige wäre.

Denn was ich will, ist meinen Marktwert erst mal zu checken und wenn mir dann jemand dabei über den Weg laufen sollte, der mir wirklich gut gefällt und ich mich in ihn und er sich in mich verlieben sollte, dann ist es so…ich würde mich nicht dagegen wehren. Aber es ist eben nicht mein Ziel!

Und für alle, die sich jetzt denken und es mir am liebsten mitteilen möchten, dass ich mir die Ruhe geben und nicht direkt den Nächsten suchen soll, denjenigen möchte ich sagen, dass ich am Besten weiß, wer oder was mir gut tun würde… glaube ich zumindestens 😉

Ich bin sexuell noch sehr unerfahren. Da ich bisher nur mit einem Mann Sex hatte und es nicht so einfach war unser Sexualleben auszuleben (ich möchte an dieser Stelle nichts schlecht reden, im Gegenteil ich habe sehr schöne Erfahrung mit meinem Ex Partner machen können), konnte ich was mir in sexueller Hinsicht noch so vorschwebt, bisher nicht ausleben.

Generell habe ich auch meine Jungfräulichkeit im Gegensatz zu Anderen sehr spät verloren, um genau zu sein vor drei Jahren und ich bin jetzt 27. Nicht, dass es schlimm sei, aber ich hätte mir gewünscht, dass es früher passiert wäre… Nur haben die Umstände es mir nicht früher erlaubt.

Jetzt stehen mir aber alle Möglichkeiten offen… Fast! Wenn es nicht hier und da ein paar Hürden geben würde.

Es gibt tatsächlich Männer, die weiterhin mit mir schreiben und sich auch mit mir treffen möchten, nachdem ich ihnen mein Gesicht gezeigt habe (bezieht sich auf meinen letzten Beitrag) 😀

Ich hatte mehrere Dates vereinbart und dann stand ich vor der Misere: Erkläre ich den Männern, was meine Behinderung genau beinhaltet und wie sich diese auf meinen Alltag auswirkt (zum Beispiel Assistenz) oder lasse ich es sein und konfrontiere die Männer persönlich damit?

Meine persönliche Assistenz ermöglicht mir eben das, was meine Beine und Arme in meinem Alltag nicht leisten können. Es fängt schon bei „Kleinigkeiten“ an… Sie reichen mir das Essen an (ich hasse das Wort „füttern“ 😀 ) und halten mir mein Getränk hoch, damit ich aus dem Strohhalm trinken kann.

Nun kann man sich sicher vorstellen, dass ich meine Assistenz bei meinen Dates nicht dabei haben möchte, vor allem würde das auch den Mann vollkommen irritieren.

Aber was macht man üblicherweise beim ersten Date? Man geht essen oder einen Kaffee trinken…

Bei meinem ersten Date wurde ich von einem Mann zum Essen eingeladen, der ebenfalls sein Leben mit Assistenz lebt, allerdings nicht in solch einem großen Maße auf die Unterstützung einer Assistenz angewiesen ist, wie ich. Als er mich fragte, ob er mich zum Essen einladen dürfte, war es mir sogar bei ihm unangenehm, ihm sagen zu müssen, dass wir das Essen leider nicht zu zweit genießen können, weil ich eben die Gabel nicht mehr selbstständig hochheben kann.

Er sagte mir, dass ich mir darüber keinen Kopf machen sollte und ich meine Assistenz mitnehmen soll. Mir fiel ein Stein vom Herzen, aber klar, wer hätte mehr Verständnis, wenn nicht er…

Ich fand’s natürlich trotzdem nicht geil meine Assistentin dabei zu haben, auch wenn ich sie unheimlich gerne habe. In kluger Voraussicht habe ich zu Hause etwas gegessen, um bei unserem Date nur eine Kleinigkeit zu bestellen, die ich schnell verputzen konnte, um dann meine Assistentin direkt wegschicken zu können. An dieser Stelle muss ich sagen, dass meine Assistentin sich als die perfekte Date-Assistentin entpuppte, sie war komplett unsichtbar… Danke noch mal, Liebes!

Während sie noch da war, führten wir Smalltalk. Als ich mit dem Essen fertig war, verschwand sie an einen anderen Tisch. Hin und wieder schickte ich ihr eine kurze Nachricht, in der ich ihr sagte, dass sie mir kurz mein Glas hochhalten soll, damit ich trinken kann. Aber erst als sie weg war, fing natürlich das Geflirte an, der Austausch von tiefen Blicken und verlegenen Lächeln…

Ihr Lieben, dieses Date war einfach perfekt! Wir hätten uns eigentlich gern noch weitere Male getroffen und uns näher kennengelernt, aber wie das Leben nun mal ist, war alles kompliziert. Der Tag war perfekt, nur die Zeit war für uns nicht reif… Wir haben es beendet, was eigentlich noch gar nicht so richtig angefangen hat oder besser gesagt, hat er für uns beide die Entscheidung getroffen, es zu beenden… Es hat viele Gründe dafür gegeben.

Nun, ein Mann aber, der bisher keinerlei Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung hatte und das Wort „Assistenz“ wahrscheinlich auch zum ersten Mal hört, ist natürlich erst mal überfordert. Die Männer, die mich daten wollten, wussten zwar, dass ich im Rollstuhl sitze. Sie wussten aber nicht, dass ich eine Behinderung habe, die sich auf meine Muskulatur auswirkt und diese eben auch immer weiter abbaut. Nun hat die Muskulatur über all die Jahre auch schon stark abgebaut.

Jedes Mal mache ich mir vor dem Date einen riesen Stress. Sag ich ihm noch vor dem Date, dass er mir den Kaffee hochreichen muss, damit ich aus dem Strohhalm trinken kann? Was ist, wenn ich ihn nach dem Kaffee mit nach Hause nehmen möchte? Sag ich ihm dann vorher, dass er der aktive Part beim Sex sein muss? Sag ich ihm vorher, dass ich mich nicht selbst ausziehen kann? Sag ich ihm vorher, dass ich es nicht allein ins Bett schaffe?

Fragen über Fragen. Ich kann mich in solchen Momenten so sehr hineinsteigern, dass ich mich dann richtig wahnsinnig mache 😀

Ich denke, dass es ihn sofort abschrecken könnte und wer weiß, welche Filme er sich dann noch schiebt. Ich sag’s euch, Männer haben sich schon die verrücktesten Dinge ausgemalt.

Ich wurde mal gefragt, ob man trotzdem eine Sexualassistenz benötigt, wenn mein Sexualpartner keine Behinderung hat oder ob man mich denn auch verstehen würde, wenn ich spreche… Ich schiebe es dann immer auf die Unwissenheit und Unerfahrenheit der Menschen…

Wenn ich meinem Date meine Behinderung vorher erkläre, könnte er es sich „schlimmer“ vorstellen als es vielleicht für ihn ist.

Es könnte aber auch sein, dass es ihm gar nichts ausmacht, wenn er während dem Date die ganzen Details zu meiner Behinderung kennen lernt, weil er meine Ausstrahlung mag und mich super sexy findet.

Ich habe mich nun entschieden nach Bauchgefühl zu entscheiden, ob ich vorher über gewisse Dinge bezüglich meiner Behinderung spreche, oder eben erst, wenn es soweit ist.

Es bringt einfach nichts sich vorher schon verrückt zu machen. Das verunsichert mich nur und je unsicherer ich bin, desto mehr verunsichere ich mein Gegenüber. Das ist dann ein ewiger Teufelskreis!

Ich war mit einem jungen Mann verabredet und war sehr überrascht, wie unterschiedlich der Umgang mit mir war. Als wir über die Singlebörse miteinander geschrieben haben, hat er mir sehr viele Fragen gestellt, die mir gezeigt haben, dass er wirklich sehr verunsichert war und sich nicht richtig vorstellen konnte mit wem er sich treffen wird.

Wir haben uns dann getroffen und irgendwie verschwanden seine Bedenken und Unsicherheiten ganz schnell. Er hat mich sogar gefragt, ob ich Hunger hätte und bot mir an das Essen anzureichen. Für das erste Date fand ich es unangebracht mir von ihm das Essen anreichen zu lassen, aber es war super schön zu sehen, wie schnell die anfänglichen Berührungsängste schwinden.

Die ersten Schritte sind verdammt schwierig! Einfach machen und nicht großartig viel darüber nachdenken, welche Reaktionen eventuell auf einen zukommen können. Im Grunde kann man es vorher nie wissen.

Eure Katja

Sorry, aber du bist einfach nicht mein Typ!

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Ich bin bereits seit einer Woche erkältet und bekomme nichts auf die Kette, außer Serien zu schauen… Nebenbei lenke ich mich mit verschiedenen Kerlen ab, die mich bei diversen Singlebörsen oder wohl eher gesagt Bumsbörsen anschreiben.

Es sind unheimlich viele Idioten unterwegs! Aber hin und wieder schreibt mich doch jemand an, der mein Interesse weckt. Ich frage mich, wie lange es noch dauert bis ich mein Handy aus dem Fenster schmeiße, weil es fast immer am selben Punkt scheitert und es einfach nicht zu einem Date kommt.

Anfangs habe ich mir überlegt, ob ich von vornherein erkenntlich mache, dass ich auf einen Rollstuhl angewiesen bin. Zu Beginn habe ich mich dagegen entschieden und bekam viele Likes und Nachrichten. Nachdem ich mit dem Einen oder Anderen etwas mehr geschrieben habe, klärte ich darüber auf, dass ich in meinem Leben auf einen Rollstuhl angewiesen bin. Die Reaktionen waren vielfältig, häufig hieß es dann: „Du, absolut kein Problem für mich!“ oder die Information wurde einfach komplett ignoriert, man wechselte dann noch zwei Sätze und hörte nicht mehr voneinander. Ach ja, und die Männer, die absolut kein Problem damit haben, dass ich eine Behinderung habe, meldeten sich nach gefühlt drei Sätzen auch nicht mehr.

Naja, wie auch immer. Am aktivsten bin ich auf einer Plattform, die für Menschen gedacht ist, die einfach nur auf der Suche nach Sex sind. Ich meine, es ist bei den anderen auch nicht anders, nur bei der Einen wird eben offen darüber gesprochen. Eigentlich ja ganz sympathisch, was soll man auch großartig um den heißen Brei herum reden.

Ja und auf dieser Seite hat mich auch direkt am Anfang ein junger Mann angeschrieben, der einen verdammt heißen Oberkörper hat. Davon gibt es im übrigen ziemlich viele auf dieser Plattform. Eigentlich ist mir ein durchtrainierte Oberkörper absolut nicht wichtig und da ich der Mensch mit den größten Vorurteilen bin, ignoriere ich meistens diese Typen, weil ich mir denke, wer so viele Muskeln hat, der kann nicht so clever sein. Ich weiß, es ist gemein. Aber da ich doch ein relativ offener Mensch bin, antwortete ich dem muskulösen Typen, nachdem er mich ein zweites Mal angeschrieben hat. Und siehe da, er konnte vernünftig schreiben und mir wurde doch ehrlich gesagt ziemlich heiß, wenn er mir geschrieben hat. Bis der Punkt kam, als ich den Rollstuhl erwähnte…

Nachdem ich es ihm gesagt habe, hat er mir mitgeteilt, dass er wohl erst mal offline ist. Danach dachte ich mir, dass die Sache nun gegessen ist und meldete mich bei einem Anderen auf einer anderen Plattform, der mir bereits am frühen Morgen geschrieben hat. Dieser meinte dann, dass wir soeben miteinander geschrieben haben. Leute, ich bin fast geplatzt vor Lachen. Das hatte ja schon fast etwas Schicksalhaftes. Am nächsten Morgen meldete er sich wieder bei mir…Es wurde ziemlich schnell unsexy, weil der Rollstuhl und Co natürlich viele Fragen aufwarfen. Ich habe sehr gehofft, dass wir beide wieder die Kurve kriegen und nach dem „ersten Thema Behinderung“ weiter flirten können, stattdessen hat es den armen Jungen zu sehr mitgenommen.

Er hat mir die ganze Zeit seine Bedenken geäußert und mir erklärt, dass er den Gedanken eine Frau im Rollstuhl zu „ficken“ für pervers hält, ihn aber auch gleichzeitig das mit mir nicht loslässt… Deshalb schlug er mir vor noch ein wenig weiter miteinander zu schreiben und vielleicht auch Bilder auszutauschen, um die Hürden somit abzubauen.

Also, ich habe wirklich viel Verständnis, aber das Wort „pervers“ hat mich wirklich sehr gestört, deshalb habe ich nachgebohrt und gefragt, was er damit meint. Er konnte es mir leider nicht wirklich beantworten, daher waren meine letzten Worte an ihn: „Wenn du diesen Gedanken mit mir verbindest, turnt mich das unheimlich ab. Ich bin ja kein Alien, sondern kann einfach nur nicht laufen.“. Seitdem hat er sich auch nie wieder gemeldet.

Über solche Geschichten, könnte ich wahrscheinlich ein Buch schreiben. Danach hatte ich die Nase voll und änderte mein Profil. Ich nahm das Bild von meinem Gesicht raus und ersetzte es durch ein Bild von meinen Beinen in halterlosen Strümpfen und stellte zusätzlich noch meinen sexy Po online. In meinem Profil schrieb ich dann auch, dass ich im Rollstuhl sitze.

Ich bekam viele Komplimente und habe seitdem auch mit recht vielen Männern geschrieben und alle waren sie total begeistert, weil ich doch so eine humorvolle und sexy Frau bin. Irgendwann kommt man natürlich an den Punkt, dass man auch ein Gesicht vor Augen haben möchte und man tauscht Fotos aus. Und da ist irgendwo der Haken!?

Sobald ich den Männern Bilder von meinem Gesicht schicke, sind sie entweder spurlos verschwunden oder sagen mir: „Sorry, aber du bist echt nicht mein Typ…“.

Es handelt sich hierbei um folgende Bilder:

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Natürlich kann ich nicht jedermanns Typ sein, aber es kann doch nicht sein, dass die Typen mir die ganze Zeit sagen, was für einen geilen Arsch und schöne Beine ich habe und sobald sie mein Gesicht zu sehen bekommen, treibe ich sie damit in die Flucht. 😀

Dennoch schöpfe ich jeden Tag neue Hoffnung und schreibe immer wieder mit einem neuen Mann, aber die Nachricht von heute Morgen hat mich zum Nachdenken gebracht:

„Morgen Katja,
vielen Dank für die Bilder von dir. Hast eine fröhliche Ausstrahlung – nur muss ich dir sagen, dass du leider nicht mein Typ bist. Tut mir leid, aber es passt nicht
Hoffe dennoch, dass du hier eine gute Zeit hast, tolle Erfahrungen machst, trotz der auch vielen Idioten auf diesem Portal (lass es dir gesagt sein) und jemanden findest, der auch auf dich eingeht, ihr auf einer Wellenlänge schwebt und der deinen Schokohintern zu verwöhnen weiß

Machs gut…“

Was ist da nur los? Es war wohl die charmantes Abfuhr, die ich seit meinem neuen Single-Dasein bekommen habe. Ich wusste nicht ob ich heulen oder lachen sollte. Also dachte ich gründlich nach: Was stimmt an mir nicht? Mir ist einfach nichts eingefallen, außer dass es vielleicht an meiner Haarfarbe liegen könnte. Ich entschied dies zu googeln und hatte es nun schwarz auf weiß.

Zitat: „Rote Haare – Ein Signal für Männer

Rote Haare haben eine deutliche Signalwirkung. Und das in zweierlei Weise. Natürliche rote Haare gelten als sehr weiblich, ihre Trägerinnen werden von Männern als sexuell sehr experimentierfreudig eingeschätzt. Darum kann sich ein Großteil der Männer eine Affäre mit einer Rothaarigen durchaus vorstellen. Nur etwa 30 Prozent können sich vorstellen in einer rothaarigen die Liebe fürs Leben zu finden.

Auf der anderen Seite gehen bei jedem Mann der eine Frau mit signalroten Haaren sieht die Alarmglocken an. Gefärbte rote Haare signalisieren weithin sichtbar schwere innere Probleme, eine Haarfarbe als Trotzreaktion gegen die Umwelt. Kaum ein Mann hat Ambitionen in einer Beziehung ständig Konflikte zu lösen oder permanent den Therapeuten zu geben.“ (http://www.liebeskummer-ratgeber.com/liebeskummer-ueberwinden/attraktiv-auf-maenner-wirken-die-haarfarbe/index.html)

Da haben wir es! Aber ob ich nun schwere innere Probleme habe, weiß ich nicht. Mein Leben verläuft manchmal ganz schön chaotisch, aber man muss mit mir nicht ständig zum Therapeuten rennen.

Wenn eine Frau einfach nur gevögelt werden möchte, sollte sie blond sein… Wenn es jedoch was festes werden sollte, müssen wir liebe Frauen braune Haare haben, so der Text!

Nun habe ich einen Plan geschmiedete: Je nach Lebenslage zu der ich mich hingezogen fühle, passe ich meine Haarfarbe an. Interessant, dass ich seit geraumer Zeit wieder blond werden möchte…! Ich sag es ja immer wieder, ich sollte mehr auf meine weibliche Intuition hören.

Scherzeshalber hat meine Assistentin die beiden Bilder an Männer verschickt, die sie kennt und gefragt, was sie von dem Gesicht halten. Das Ergebnis war, sie fanden mich schön, aber nicht sexy.

Ich verstehe zwar nicht warum ;D

Aber für die Sexplattform muss man wohl sexy sein.

Meine Mädels versuchten mich den ganzen Tag aufzumuntern, in dem sie mir sagten, dass die Männer einfach denken sie könnten nicht mit mir mithalten und dass ich zu schön und zu sexy sei.  Schmunzelnd saß ich dann da und dachte an den Film „Er steht einfach nicht auf dich“. Kennt ihr den? Dort heißt es, dass man uns von klein auf den Bullshit eintrichtert, wenn der Junge oder jetzt wohl eher die Männer gemein zu uns sind oder uns nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken, sie in Wirklichkeit in uns verliebt sind,  aber diese Gefühle nicht anders zum Ausdruck bringen können. In Wahrheit aber: Steht der Typ einfach nicht auf dich!

Wünscht mir gute Besserung, denn wenn ich wieder fit bin, werde ich mich eher um die Uni kümmern und das ist wohl dann eine sinnvollere Beschäftigung!

Unsexy Grüße 😉

Katja

 

Neuanfang…

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Nun sitze ich hier im Dämmerlicht, ganz alleine in meiner Wohnung. Ein wenig betrübt, aber vor allem sehr nachdenklich…

Ich habe vor kurzer Zeit unsere dreijährige Liebesbeziehung beendet. Am schlimmsten ist es immer morgens früh oder abends, wenn ich zu Bett gehe, da ich weiß, dass ich erst mal mit niemandem regelmäßig gemeinsam einschlafen werde. Kein Gute-Nacht-Kuss mehr und keine liebevollen Kommentare am frühen Morgen wie: „Du warst aber wieder redselig im Schlaf, diese Nacht.“…

Der Grund für die Trennung ist an dieser Stelle nicht wichtig.

Es fühlt sich auf jeden Fall unbeschreiblich komisch an. Mein Leben war vollkommen verplant.

In zwei Jahren oder sogar einem Jahr hätte ich geheiratet und wir hätten eventuell Kinder bekommen und plötzlich gibt es kein Wir mehr.

Ich muss mein Leben ganz neu sortieren und mich fragen, was ich von meinem Leben erwarte und welche neuen Ziele ich mir vielleicht setze. Um ehrlich zu sein, macht mir das sogar ein wenig Angst.

Wie geht mein Leben jetzt weiter? Werde ich jemals wieder einen Menschen finden, mit dem ich mir vorstellen kann mein Leben zu teilen?

Wobei das eigentlich gerade das Letzte ist, was ich mir momentan wünsche.

Ich wollte frei sein und das bin ich jetzt. Nur möchte ich nicht für immer Single bleiben…oder so. Wie ihr merkt, bin ich total durcheinander!

Total zerstreut, packte ich meine Sachen, die ich noch bei ihm hatte und verließ seine Wohnung.

Mit fettigen Haaren, einer Jogginghose und einem zerrissenen T-Shirt, startete ich in mein Single-Leben. Völlig verheult saß ich im Zug und hörte in Dauerschleife „Neuanfang“ von Clueso und „you lost me“ von Christina Aguilera. Jeder normale andere Mensch würde sich wahrscheinlich in solch einer Situation mit Chips und Schokolade versorgen. Nein, ich nicht! Als ich am Kölner Hauptbahnhof ankam, begab ich mich schnurstracks in den nächsten Rossmann und kaufte mir eine Menge Putzmittel. Die einen Frauen lassen sich bei einem Neuanfang einen neuen Haarschnitt verpassen, ich aber teste neue Putzmittel aus. Ein wenig schäme ich mich auch dafür!

Nun stand ich da mit meinen Putzmitteln und dem XL-Sparpaket-Toilettenpapier.

Was vielleicht ein wenig amüsant klingt, war für mich die Hölle. Ich habe den Menschen, der mir so wichtig geworden ist, verletzt. Das schmerzt ungemein!

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wohin dieser Beitrag führen soll… Ich bin momentan einfach ein Emotionskrüppel und absolut nicht in der Lage meine Gefühle zu äußern.

Um mich von meinem Gefühlschaos abzulenken, habe ich mich bei diversen Single-Börsen angemeldet. Hauptsächlich eigentlich nur um zu schauen, wie ich auf dem freien Markt ankomme. Besonders hilfreich ist das allerdings nicht. Schon nach der kurzen Zeit regen mich alle Männer auf und immer mehr mache ich mich mit dem Gedanken vertraut, dass ich mir zehn Katzen besorgen und mit denen glücklich werde sollte! Drückt mir die Daumen, dass das nicht meine Zukunft sein wird…

Ich nehme mir vor mich auf meine Karriere zu konzentrieren und Männer werden hoffentlich dabei eine nebensächliche Rolle spielen… Zum Vergnügen eben. Ach was erzähle ich hier, in einem Monat berichte ich wahrscheinlich darüber, dass ich mich unsterblich in jemanden verliebt habe 😀

Im Bezug auf die Liebe nehme ich mir am besten nichts vor, ich lass es einfach auf mich zukommen und bin gespannt, was das Leben für mich bereithält….

Wie geht ihr mit Trennungen um?

Eure Katja