Der Wahnsinn vor dem Date…

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So ganz unerfolgreich wie in meinem letzten Beitrag beschrieben, ist meine Suche nach dem, was auch immer ich suche, nicht. Wobei das Wort „suchen“ auch nicht das Richtige wäre.

Denn was ich will, ist meinen Marktwert erst mal zu checken und wenn mir dann jemand dabei über den Weg laufen sollte, der mir wirklich gut gefällt und ich mich in ihn und er sich in mich verlieben sollte, dann ist es so…ich würde mich nicht dagegen wehren. Aber es ist eben nicht mein Ziel!

Und für alle, die sich jetzt denken und es mir am liebsten mitteilen möchten, dass ich mir die Ruhe geben und nicht direkt den Nächsten suchen soll, denjenigen möchte ich sagen, dass ich am Besten weiß, wer oder was mir gut tun würde… glaube ich zumindestens 😉

Ich bin sexuell noch sehr unerfahren. Da ich bisher nur mit einem Mann Sex hatte und es nicht so einfach war unser Sexualleben auszuleben (ich möchte an dieser Stelle nichts schlecht reden, im Gegenteil ich habe sehr schöne Erfahrung mit meinem Ex Partner machen können), konnte ich was mir in sexueller Hinsicht noch so vorschwebt, bisher nicht ausleben.

Generell habe ich auch meine Jungfräulichkeit im Gegensatz zu Anderen sehr spät verloren, um genau zu sein vor drei Jahren und ich bin jetzt 27. Nicht, dass es schlimm sei, aber ich hätte mir gewünscht, dass es früher passiert wäre… Nur haben die Umstände es mir nicht früher erlaubt.

Jetzt stehen mir aber alle Möglichkeiten offen… Fast! Wenn es nicht hier und da ein paar Hürden geben würde.

Es gibt tatsächlich Männer, die weiterhin mit mir schreiben und sich auch mit mir treffen möchten, nachdem ich ihnen mein Gesicht gezeigt habe (bezieht sich auf meinen letzten Beitrag) 😀

Ich hatte mehrere Dates vereinbart und dann stand ich vor der Misere: Erkläre ich den Männern, was meine Behinderung genau beinhaltet und wie sich diese auf meinen Alltag auswirkt (zum Beispiel Assistenz) oder lasse ich es sein und konfrontiere die Männer persönlich damit?

Meine persönliche Assistenz ermöglicht mir eben das, was meine Beine und Arme in meinem Alltag nicht leisten können. Es fängt schon bei „Kleinigkeiten“ an… Sie reichen mir das Essen an (ich hasse das Wort „füttern“ 😀 ) und halten mir mein Getränk hoch, damit ich aus dem Strohhalm trinken kann.

Nun kann man sich sicher vorstellen, dass ich meine Assistenz bei meinen Dates nicht dabei haben möchte, vor allem würde das auch den Mann vollkommen irritieren.

Aber was macht man üblicherweise beim ersten Date? Man geht essen oder einen Kaffee trinken…

Bei meinem ersten Date wurde ich von einem Mann zum Essen eingeladen, der ebenfalls sein Leben mit Assistenz lebt, allerdings nicht in solch einem großen Maße auf die Unterstützung einer Assistenz angewiesen ist, wie ich. Als er mich fragte, ob er mich zum Essen einladen dürfte, war es mir sogar bei ihm unangenehm, ihm sagen zu müssen, dass wir das Essen leider nicht zu zweit genießen können, weil ich eben die Gabel nicht mehr selbstständig hochheben kann.

Er sagte mir, dass ich mir darüber keinen Kopf machen sollte und ich meine Assistenz mitnehmen soll. Mir fiel ein Stein vom Herzen, aber klar, wer hätte mehr Verständnis, wenn nicht er…

Ich fand’s natürlich trotzdem nicht geil meine Assistentin dabei zu haben, auch wenn ich sie unheimlich gerne habe. In kluger Voraussicht habe ich zu Hause etwas gegessen, um bei unserem Date nur eine Kleinigkeit zu bestellen, die ich schnell verputzen konnte, um dann meine Assistentin direkt wegschicken zu können. An dieser Stelle muss ich sagen, dass meine Assistentin sich als die perfekte Date-Assistentin entpuppte, sie war komplett unsichtbar… Danke noch mal, Liebes!

Während sie noch da war, führten wir Smalltalk. Als ich mit dem Essen fertig war, verschwand sie an einen anderen Tisch. Hin und wieder schickte ich ihr eine kurze Nachricht, in der ich ihr sagte, dass sie mir kurz mein Glas hochhalten soll, damit ich trinken kann. Aber erst als sie weg war, fing natürlich das Geflirte an, der Austausch von tiefen Blicken und verlegenen Lächeln…

Ihr Lieben, dieses Date war einfach perfekt! Wir hätten uns eigentlich gern noch weitere Male getroffen und uns näher kennengelernt, aber wie das Leben nun mal ist, war alles kompliziert. Der Tag war perfekt, nur die Zeit war für uns nicht reif… Wir haben es beendet, was eigentlich noch gar nicht so richtig angefangen hat oder besser gesagt, hat er für uns beide die Entscheidung getroffen, es zu beenden… Es hat viele Gründe dafür gegeben.

Nun, ein Mann aber, der bisher keinerlei Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung hatte und das Wort „Assistenz“ wahrscheinlich auch zum ersten Mal hört, ist natürlich erst mal überfordert. Die Männer, die mich daten wollten, wussten zwar, dass ich im Rollstuhl sitze. Sie wussten aber nicht, dass ich eine Behinderung habe, die sich auf meine Muskulatur auswirkt und diese eben auch immer weiter abbaut. Nun hat die Muskulatur über all die Jahre auch schon stark abgebaut.

Jedes Mal mache ich mir vor dem Date einen riesen Stress. Sag ich ihm noch vor dem Date, dass er mir den Kaffee hochreichen muss, damit ich aus dem Strohhalm trinken kann? Was ist, wenn ich ihn nach dem Kaffee mit nach Hause nehmen möchte? Sag ich ihm dann vorher, dass er der aktive Part beim Sex sein muss? Sag ich ihm vorher, dass ich mich nicht selbst ausziehen kann? Sag ich ihm vorher, dass ich es nicht allein ins Bett schaffe?

Fragen über Fragen. Ich kann mich in solchen Momenten so sehr hineinsteigern, dass ich mich dann richtig wahnsinnig mache 😀

Ich denke, dass es ihn sofort abschrecken könnte und wer weiß, welche Filme er sich dann noch schiebt. Ich sag’s euch, Männer haben sich schon die verrücktesten Dinge ausgemalt.

Ich wurde mal gefragt, ob man trotzdem eine Sexualassistenz benötigt, wenn mein Sexualpartner keine Behinderung hat oder ob man mich denn auch verstehen würde, wenn ich spreche… Ich schiebe es dann immer auf die Unwissenheit und Unerfahrenheit der Menschen…

Wenn ich meinem Date meine Behinderung vorher erkläre, könnte er es sich „schlimmer“ vorstellen als es vielleicht für ihn ist.

Es könnte aber auch sein, dass es ihm gar nichts ausmacht, wenn er während dem Date die ganzen Details zu meiner Behinderung kennen lernt, weil er meine Ausstrahlung mag und mich super sexy findet.

Ich habe mich nun entschieden nach Bauchgefühl zu entscheiden, ob ich vorher über gewisse Dinge bezüglich meiner Behinderung spreche, oder eben erst, wenn es soweit ist.

Es bringt einfach nichts sich vorher schon verrückt zu machen. Das verunsichert mich nur und je unsicherer ich bin, desto mehr verunsichere ich mein Gegenüber. Das ist dann ein ewiger Teufelskreis!

Ich war mit einem jungen Mann verabredet und war sehr überrascht, wie unterschiedlich der Umgang mit mir war. Als wir über die Singlebörse miteinander geschrieben haben, hat er mir sehr viele Fragen gestellt, die mir gezeigt haben, dass er wirklich sehr verunsichert war und sich nicht richtig vorstellen konnte mit wem er sich treffen wird.

Wir haben uns dann getroffen und irgendwie verschwanden seine Bedenken und Unsicherheiten ganz schnell. Er hat mich sogar gefragt, ob ich Hunger hätte und bot mir an das Essen anzureichen. Für das erste Date fand ich es unangebracht mir von ihm das Essen anreichen zu lassen, aber es war super schön zu sehen, wie schnell die anfänglichen Berührungsängste schwinden.

Die ersten Schritte sind verdammt schwierig! Einfach machen und nicht großartig viel darüber nachdenken, welche Reaktionen eventuell auf einen zukommen können. Im Grunde kann man es vorher nie wissen.

Eure Katja

Sorry, aber du bist einfach nicht mein Typ!

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Ich bin bereits seit einer Woche erkältet und bekomme nichts auf die Kette, außer Serien zu schauen… Nebenbei lenke ich mich mit verschiedenen Kerlen ab, die mich bei diversen Singlebörsen oder wohl eher gesagt Bumsbörsen anschreiben.

Es sind unheimlich viele Idioten unterwegs! Aber hin und wieder schreibt mich doch jemand an, der mein Interesse weckt. Ich frage mich, wie lange es noch dauert bis ich mein Handy aus dem Fenster schmeiße, weil es fast immer am selben Punkt scheitert und es einfach nicht zu einem Date kommt.

Anfangs habe ich mir überlegt, ob ich von vornherein erkenntlich mache, dass ich auf einen Rollstuhl angewiesen bin. Zu Beginn habe ich mich dagegen entschieden und bekam viele Likes und Nachrichten. Nachdem ich mit dem Einen oder Anderen etwas mehr geschrieben habe, klärte ich darüber auf, dass ich in meinem Leben auf einen Rollstuhl angewiesen bin. Die Reaktionen waren vielfältig, häufig hieß es dann: „Du, absolut kein Problem für mich!“ oder die Information wurde einfach komplett ignoriert, man wechselte dann noch zwei Sätze und hörte nicht mehr voneinander. Ach ja, und die Männer, die absolut kein Problem damit haben, dass ich eine Behinderung habe, meldeten sich nach gefühlt drei Sätzen auch nicht mehr.

Naja, wie auch immer. Am aktivsten bin ich auf einer Plattform, die für Menschen gedacht ist, die einfach nur auf der Suche nach Sex sind. Ich meine, es ist bei den anderen auch nicht anders, nur bei der Einen wird eben offen darüber gesprochen. Eigentlich ja ganz sympathisch, was soll man auch großartig um den heißen Brei herum reden.

Ja und auf dieser Seite hat mich auch direkt am Anfang ein junger Mann angeschrieben, der einen verdammt heißen Oberkörper hat. Davon gibt es im übrigen ziemlich viele auf dieser Plattform. Eigentlich ist mir ein durchtrainierte Oberkörper absolut nicht wichtig und da ich der Mensch mit den größten Vorurteilen bin, ignoriere ich meistens diese Typen, weil ich mir denke, wer so viele Muskeln hat, der kann nicht so clever sein. Ich weiß, es ist gemein. Aber da ich doch ein relativ offener Mensch bin, antwortete ich dem muskulösen Typen, nachdem er mich ein zweites Mal angeschrieben hat. Und siehe da, er konnte vernünftig schreiben und mir wurde doch ehrlich gesagt ziemlich heiß, wenn er mir geschrieben hat. Bis der Punkt kam, als ich den Rollstuhl erwähnte…

Nachdem ich es ihm gesagt habe, hat er mir mitgeteilt, dass er wohl erst mal offline ist. Danach dachte ich mir, dass die Sache nun gegessen ist und meldete mich bei einem Anderen auf einer anderen Plattform, der mir bereits am frühen Morgen geschrieben hat. Dieser meinte dann, dass wir soeben miteinander geschrieben haben. Leute, ich bin fast geplatzt vor Lachen. Das hatte ja schon fast etwas Schicksalhaftes. Am nächsten Morgen meldete er sich wieder bei mir…Es wurde ziemlich schnell unsexy, weil der Rollstuhl und Co natürlich viele Fragen aufwarfen. Ich habe sehr gehofft, dass wir beide wieder die Kurve kriegen und nach dem „ersten Thema Behinderung“ weiter flirten können, stattdessen hat es den armen Jungen zu sehr mitgenommen.

Er hat mir die ganze Zeit seine Bedenken geäußert und mir erklärt, dass er den Gedanken eine Frau im Rollstuhl zu „ficken“ für pervers hält, ihn aber auch gleichzeitig das mit mir nicht loslässt… Deshalb schlug er mir vor noch ein wenig weiter miteinander zu schreiben und vielleicht auch Bilder auszutauschen, um die Hürden somit abzubauen.

Also, ich habe wirklich viel Verständnis, aber das Wort „pervers“ hat mich wirklich sehr gestört, deshalb habe ich nachgebohrt und gefragt, was er damit meint. Er konnte es mir leider nicht wirklich beantworten, daher waren meine letzten Worte an ihn: „Wenn du diesen Gedanken mit mir verbindest, turnt mich das unheimlich ab. Ich bin ja kein Alien, sondern kann einfach nur nicht laufen.“. Seitdem hat er sich auch nie wieder gemeldet.

Über solche Geschichten, könnte ich wahrscheinlich ein Buch schreiben. Danach hatte ich die Nase voll und änderte mein Profil. Ich nahm das Bild von meinem Gesicht raus und ersetzte es durch ein Bild von meinen Beinen in halterlosen Strümpfen und stellte zusätzlich noch meinen sexy Po online. In meinem Profil schrieb ich dann auch, dass ich im Rollstuhl sitze.

Ich bekam viele Komplimente und habe seitdem auch mit recht vielen Männern geschrieben und alle waren sie total begeistert, weil ich doch so eine humorvolle und sexy Frau bin. Irgendwann kommt man natürlich an den Punkt, dass man auch ein Gesicht vor Augen haben möchte und man tauscht Fotos aus. Und da ist irgendwo der Haken!?

Sobald ich den Männern Bilder von meinem Gesicht schicke, sind sie entweder spurlos verschwunden oder sagen mir: „Sorry, aber du bist echt nicht mein Typ…“.

Es handelt sich hierbei um folgende Bilder:

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Natürlich kann ich nicht jedermanns Typ sein, aber es kann doch nicht sein, dass die Typen mir die ganze Zeit sagen, was für einen geilen Arsch und schöne Beine ich habe und sobald sie mein Gesicht zu sehen bekommen, treibe ich sie damit in die Flucht. 😀

Dennoch schöpfe ich jeden Tag neue Hoffnung und schreibe immer wieder mit einem neuen Mann, aber die Nachricht von heute Morgen hat mich zum Nachdenken gebracht:

„Morgen Katja,
vielen Dank für die Bilder von dir. Hast eine fröhliche Ausstrahlung – nur muss ich dir sagen, dass du leider nicht mein Typ bist. Tut mir leid, aber es passt nicht
Hoffe dennoch, dass du hier eine gute Zeit hast, tolle Erfahrungen machst, trotz der auch vielen Idioten auf diesem Portal (lass es dir gesagt sein) und jemanden findest, der auch auf dich eingeht, ihr auf einer Wellenlänge schwebt und der deinen Schokohintern zu verwöhnen weiß

Machs gut…“

Was ist da nur los? Es war wohl die charmantes Abfuhr, die ich seit meinem neuen Single-Dasein bekommen habe. Ich wusste nicht ob ich heulen oder lachen sollte. Also dachte ich gründlich nach: Was stimmt an mir nicht? Mir ist einfach nichts eingefallen, außer dass es vielleicht an meiner Haarfarbe liegen könnte. Ich entschied dies zu googeln und hatte es nun schwarz auf weiß.

Zitat: „Rote Haare – Ein Signal für Männer

Rote Haare haben eine deutliche Signalwirkung. Und das in zweierlei Weise. Natürliche rote Haare gelten als sehr weiblich, ihre Trägerinnen werden von Männern als sexuell sehr experimentierfreudig eingeschätzt. Darum kann sich ein Großteil der Männer eine Affäre mit einer Rothaarigen durchaus vorstellen. Nur etwa 30 Prozent können sich vorstellen in einer rothaarigen die Liebe fürs Leben zu finden.

Auf der anderen Seite gehen bei jedem Mann der eine Frau mit signalroten Haaren sieht die Alarmglocken an. Gefärbte rote Haare signalisieren weithin sichtbar schwere innere Probleme, eine Haarfarbe als Trotzreaktion gegen die Umwelt. Kaum ein Mann hat Ambitionen in einer Beziehung ständig Konflikte zu lösen oder permanent den Therapeuten zu geben.“ (http://www.liebeskummer-ratgeber.com/liebeskummer-ueberwinden/attraktiv-auf-maenner-wirken-die-haarfarbe/index.html)

Da haben wir es! Aber ob ich nun schwere innere Probleme habe, weiß ich nicht. Mein Leben verläuft manchmal ganz schön chaotisch, aber man muss mit mir nicht ständig zum Therapeuten rennen.

Wenn eine Frau einfach nur gevögelt werden möchte, sollte sie blond sein… Wenn es jedoch was festes werden sollte, müssen wir liebe Frauen braune Haare haben, so der Text!

Nun habe ich einen Plan geschmiedete: Je nach Lebenslage zu der ich mich hingezogen fühle, passe ich meine Haarfarbe an. Interessant, dass ich seit geraumer Zeit wieder blond werden möchte…! Ich sag es ja immer wieder, ich sollte mehr auf meine weibliche Intuition hören.

Scherzeshalber hat meine Assistentin die beiden Bilder an Männer verschickt, die sie kennt und gefragt, was sie von dem Gesicht halten. Das Ergebnis war, sie fanden mich schön, aber nicht sexy.

Ich verstehe zwar nicht warum ;D

Aber für die Sexplattform muss man wohl sexy sein.

Meine Mädels versuchten mich den ganzen Tag aufzumuntern, in dem sie mir sagten, dass die Männer einfach denken sie könnten nicht mit mir mithalten und dass ich zu schön und zu sexy sei.  Schmunzelnd saß ich dann da und dachte an den Film „Er steht einfach nicht auf dich“. Kennt ihr den? Dort heißt es, dass man uns von klein auf den Bullshit eintrichtert, wenn der Junge oder jetzt wohl eher die Männer gemein zu uns sind oder uns nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken, sie in Wirklichkeit in uns verliebt sind,  aber diese Gefühle nicht anders zum Ausdruck bringen können. In Wahrheit aber: Steht der Typ einfach nicht auf dich!

Wünscht mir gute Besserung, denn wenn ich wieder fit bin, werde ich mich eher um die Uni kümmern und das ist wohl dann eine sinnvollere Beschäftigung!

Unsexy Grüße 😉

Katja

 

Neuanfang…

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Nun sitze ich hier im Dämmerlicht, ganz alleine in meiner Wohnung. Ein wenig betrübt, aber vor allem sehr nachdenklich…

Ich habe vor kurzer Zeit unsere dreijährige Liebesbeziehung beendet. Am schlimmsten ist es immer morgens früh oder abends, wenn ich zu Bett gehe, da ich weiß, dass ich erst mal mit niemandem regelmäßig gemeinsam einschlafen werde. Kein Gute-Nacht-Kuss mehr und keine liebevollen Kommentare am frühen Morgen wie: „Du warst aber wieder redselig im Schlaf, diese Nacht.“…

Der Grund für die Trennung ist an dieser Stelle nicht wichtig.

Es fühlt sich auf jeden Fall unbeschreiblich komisch an. Mein Leben war vollkommen verplant.

In zwei Jahren oder sogar einem Jahr hätte ich geheiratet und wir hätten eventuell Kinder bekommen und plötzlich gibt es kein Wir mehr.

Ich muss mein Leben ganz neu sortieren und mich fragen, was ich von meinem Leben erwarte und welche neuen Ziele ich mir vielleicht setze. Um ehrlich zu sein, macht mir das sogar ein wenig Angst.

Wie geht mein Leben jetzt weiter? Werde ich jemals wieder einen Menschen finden, mit dem ich mir vorstellen kann mein Leben zu teilen?

Wobei das eigentlich gerade das Letzte ist, was ich mir momentan wünsche.

Ich wollte frei sein und das bin ich jetzt. Nur möchte ich nicht für immer Single bleiben…oder so. Wie ihr merkt, bin ich total durcheinander!

Total zerstreut, packte ich meine Sachen, die ich noch bei ihm hatte und verließ seine Wohnung.

Mit fettigen Haaren, einer Jogginghose und einem zerrissenen T-Shirt, startete ich in mein Single-Leben. Völlig verheult saß ich im Zug und hörte in Dauerschleife „Neuanfang“ von Clueso und „you lost me“ von Christina Aguilera. Jeder normale andere Mensch würde sich wahrscheinlich in solch einer Situation mit Chips und Schokolade versorgen. Nein, ich nicht! Als ich am Kölner Hauptbahnhof ankam, begab ich mich schnurstracks in den nächsten Rossmann und kaufte mir eine Menge Putzmittel. Die einen Frauen lassen sich bei einem Neuanfang einen neuen Haarschnitt verpassen, ich aber teste neue Putzmittel aus. Ein wenig schäme ich mich auch dafür!

Nun stand ich da mit meinen Putzmitteln und dem XL-Sparpaket-Toilettenpapier.

Was vielleicht ein wenig amüsant klingt, war für mich die Hölle. Ich habe den Menschen, der mir so wichtig geworden ist, verletzt. Das schmerzt ungemein!

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wohin dieser Beitrag führen soll… Ich bin momentan einfach ein Emotionskrüppel und absolut nicht in der Lage meine Gefühle zu äußern.

Um mich von meinem Gefühlschaos abzulenken, habe ich mich bei diversen Single-Börsen angemeldet. Hauptsächlich eigentlich nur um zu schauen, wie ich auf dem freien Markt ankomme. Besonders hilfreich ist das allerdings nicht. Schon nach der kurzen Zeit regen mich alle Männer auf und immer mehr mache ich mich mit dem Gedanken vertraut, dass ich mir zehn Katzen besorgen und mit denen glücklich werde sollte! Drückt mir die Daumen, dass das nicht meine Zukunft sein wird…

Ich nehme mir vor mich auf meine Karriere zu konzentrieren und Männer werden hoffentlich dabei eine nebensächliche Rolle spielen… Zum Vergnügen eben. Ach was erzähle ich hier, in einem Monat berichte ich wahrscheinlich darüber, dass ich mich unsterblich in jemanden verliebt habe 😀

Im Bezug auf die Liebe nehme ich mir am besten nichts vor, ich lass es einfach auf mich zukommen und bin gespannt, was das Leben für mich bereithält….

Wie geht ihr mit Trennungen um?

Eure Katja

Flirtet er etwa mit mir?

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Es war ein Sonntag wie immer. Vor allem aber regnerisch dieses Mal. Ich war auf dem Weg nach Köln und ein wenig betrübt, weil ich mich soeben von meinem Tim verabschiedet hatte und die ganze Zeit daran denken musste, dass wir uns die nächsten zwei Wochen nicht sehen konnten.

Es war auch noch so ein Tag, an dem ich mich einfach unattraktiv gefühlt habe. Ich trug eine graue Jogginghose und einen schwarzen „Schlabber-Pulli“, auf dem „Mrs. 17.05.2014“ stand. Ich war ungeschminkt und hatte einen Dutt auf dem Kopf – sah also mega gammelig aus!

Nun war es soweit, ich war angekommen. Der Zug hatte über 30 Minuten Verspätung. Das machte natürlich noch schlechtere Laune und das sah man mir auch an, aber das störte wohl den Zugbegleiter der Deutschen Bahn nicht. Als er die Rampe für mich ausfuhr, fragte er mich aus, ob ich aus Köln sei oder ob ich jemanden besuchen würde. Ich sagte ihm, dass ich aus Köln sei, woraufhin er direkt wissen wollte, aus welchem Stadtteil ich komme. Ich hatte keine Lust auf Small-Talk, deshalb beantwortete ich kurz die Frage und verließ den Zug. Ob er versucht hatte, mit mir zu flirten? Ich weiß es nicht.

Zeitgleich bekam ich eine Nachricht von meiner Assistentin, in der stand, dass ich mich doch bitte beeilen und vom Gleis runter kommen solle, weil sie von einem alten Lustmolch angemacht würde. Ich stellte es mir bildlich vor und bekam einen Lach-Flash, gab ihr noch den Tipp, nicht drauf einzugehen und eilte mit meiner Assistentin, die sich auf ihren Feierabend freute, runter. Als ich unten ankam, war ihr Verehrer schon weg. Wir beide verabschiedeten uns von der Assistentin, die Dienstschluss hatte, und gingen dann zur Bahnhaltestelle. Sie erzählte mir von ihrer seltsamen Begegnung und ich hatte meinen Spaß daran.

Als wir bereits in der Bahn saßen, stieg irgendwann ein junger Mann ein, den ich eigentlich nicht wirklich wahrgenommen hatte. Ich merkte jedoch schnell, dass er mich die ganze Zeit ansah. Irgendwie musste ich dann an die Situation denken, in der meine Assistentin eben am Hauptbahnhof war. Ich fing an Tränen zu lachen! Irgendwie war der Typ davon amüsiert und grinste abwechselnd meine Assistentin und mich an. Ich beruhigte mich, denn mein Lachkrampf wurde langsam peinlich… Die Bahn fuhr stockend und ich hatte Sorge, dass gleich eine Durchsage käme, in der wir gebeten würden, die Bahn zu verlassen, weil sie defekt wäre. Wir waren zu dem Zeitpunkt am Barbarossaplatz. Meine Assistentin und ich unterhielten uns darüber, wie ich wohl aussteigen würde, wenn wir wirklich raus müssten. (Der Barbarossaplatz ist nicht barrierefrei, man muss aus der Bahn die Treppen runter). Es war keine ernsthafte Unterhaltung, wir machten hauptsächlich Witze.

„Jetzt mal im Ernst. Was machst du dann? Wie kommst du raus?“, mischte sich der junge Mann ein. Dann erst sah ich, dass er attraktiv war. Etwas jung, aber gutaussehend. Wir unterhielten uns ein wenig, er war etwas verunsichert, aber auf jeden Fall irgendwie interessiert. Nachdem er mich gefragt hatte, ob ich einen Freund hätte, verriet ich ihm, dass ich verlobt bin. Er wünschte mir, oder uns, alles Gute und wir verließen gemeinsam die Bahn. Unsere Wege trennten sich, es war eine kurze Begegnung.

Solche Begegnungen hat man doch häufig, oder? Und jedes Mal stelle ich mir die Frage, ob der Typ eben mit mir geflirtet hat. Warum eigentlich? Wieso zweifel ich so etwas an? Genau so war es auch in der Bahn. Auf dem Weg von der Bahn zu mir nach Hause fragte ich mich, ob der junge Mann mich attraktiv fand. Er war groß, schlank… Hatte – wie ich finde- ein sehr hübsches Gesicht… Früher wäre er auf jeden Fall etwas für mich gewesen. Ich musste auf dem Heimweg schmunzeln. Dabei fiel mir meine Mutter ein. Ich weiß, es klingt vielleicht ein bisschen krank, aber ich erkläre es euch: Ich hatte in den letzten Tagen echt eine harte Zeit hinter mich gebracht. Mir ging es nämlich gesundheitlich nicht gut und wen hat man in solchen Zeiten am liebsten bei sich? Den Partner und natürlich die Mama. Da mein Schatz arbeiten musste, habe ich mehr Zeit mit meiner Mutter verbracht. Ich habe mit ihr an einem Tag über eine damals gemeinsame Bekannte gesprochen, die damit zu kämpfen hat, dass ihre Mutter es ihr nicht zutraut, einen Partner zu finden und ein Sexualleben zu führen. Diese sogenannte Bekannte hat die gleiche Behinderung wie ich – spinale Muskelatrophie. Von der eigenen Mutter zu hören: „Du könntest beim Sex bestimmt kaputt gehen, Liebes!“, ist schon ganz schön hart. Davon kann ich auch ein Lied singen… Ich habe meiner Mutter gesagt, dass ich es nicht verstehe, wieso Eltern von Kindern mit einer Behinderung aus dem Thema Partnerschaft und Sexualität ein so großes Tabu machen.

Sie war nicht besonders erfreut darüber, dass ich das Thema ansprach. Meine Mutter wurde rot, ich nahm an, dass sie peinlich berührt war.

Mama: „Was meinst du?“

Ich: „Du wusstest ganz genau, wann und in wen ich verliebt war. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass du das umgehen wolltest und es unter den Tisch gekehrt hast. Einmal habe ich mitgehört, wie du unserer Nachbarin besorgt erzählt hast, dass ich wahrscheinlich verliebt sei.“

Mamas Augen füllten sich mit Tränen: „Ja, ich habe mir Sorgen gemacht. Ich hatte Angst, dass dich jemand hintergeht oder sogar ausnutzt…“

Das hat gesessen…!

Liebste Mama, wenn du diesen Beitrag lesen solltest: Ich liebe dich!

Ich habe es mir schon gedacht, dass du dir Sorgen dieser Art gemacht hast. In unserer Gesellschaft ist es üblich, dass man auf die Töchter gut Acht gibt, besonders in unserem Kulturkreis (ich bin eine Halbrussin). Zudem bin ich ihr erstes Kind, dass sie vielleicht unter widrigen Umständen zur Welt bringen musste. Wir kommen aus Kirgistan und die medizinische Versorgung ließ dort wirklich zu Wünschen übrig, was zur Folge hatte, dass ich auch völlig unterversorgt war. In einer solchen Situation kümmert sich eine liebevolle Mutter hingebungsvoll um ihr Kind und diese hingebungsvolle Liebe erhielt ich von meiner Mama in vollem Maße! Daraus entstand natürlich eine innige und tiefe Liebe… Ich kann mir gut vorstellen, dass es dann schwierig ist, beobachten zu müssen, dass dieses damals kleine Wesen sich abkapselt und sich so langsam für die große weite Welt interessiert… Und vielleicht sogar für das andere Geschlecht. Ich glaube nicht, dass es mir meine Mutter nicht gegönnt hat, mich zu verlieben und glücklich zu werden. Aber wenn du ein Kind auf die Welt bringst, um das sich deine ganze Welt gedreht hat, obwohl alle Außenstehenden dir davon abgeraten haben, es zu behalten, fällt es schwer, es loszulassen, wenn du es so stark abgeschirmt hast. Gerade die Erfahrung zu machen, dass dein gesamtes Umfeld versucht, dich zu überreden, dein über alles geliebtes Kind ins Heim zu geben, verstärkt deine Unsicherheit, dass es vielleicht doch keinen Platz in einer Gesellschaft hat, die nicht wirklich offen für das „anders sein“ ist… Und seien wir ehrlich: noch nicht einmal heute sind Menschen mit einer Behinderung als vollwertige Sexualpartner oder generell als Partner in unserer Gesellschaft angekommen. Das war in meiner Jugendzeit nicht anders. Im Gegenteil, wahrscheinlich war dieses Denken noch stärker vertreten und das war meiner Mama schmerzlich bewusst. Sie wollte mich schützen… schützen vor Enttäuschungen.

Früher hatte ich allerdings nicht die nötige Reife, ihre Reaktionen auf meine Verliebt-sein-Phasen aus ihrer Sicht zu betrachten. Heute kann ich sagen, dass das vielleicht Erklärungen sind, die ich eben genannt habe, aber ich hätte mir gewünscht, dass meine Mutter anders mit dem Thema Partnerschaft umgegangen wäre. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mir zugesprochen hätte, wenn ich ihr sagte: „Mama, ich finde David so unglaublich hübsch und wundervoll.“ . Stattdessen hat sie es entweder ignoriert oder so etwas gesagt wie: „Ach Schätzchen, Männer sind Egoisten. Sie schätzen noch nicht mal gesunde Frauen…“. Ich habe dann meistens die Augen verdreht oder darüber gelacht. Ich glaube, diese Reaktionen haben mich mehr geprägt, als ich dachte… Wenn man dann auch noch von Bekannten zu hören bekommt: „ Ich habe letztens über dich nachgedacht, du kannst dich ja auch verlieben, oder?“, „Ich glaube schon, dass du irgendwann einen Freund haben wirst, der muss nur so sein wie du.“… Dann ist das der Tod für das eigene Selbstbewusstsein.

Wie soll man auch ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln, wenn dein Wunsch nach einem Partner belächelt wird oder solche Kommentare wie oben genannt. fallen?

Durch diese und noch weitere, ähnliche Erfahrungen, habe ich sehr große Selbstzweifel entwickelt. Ich habe mich selbst gefragt, was ich einem Mann schon geben kann.

Schließlich kann ich mich kaum bewegen, bin dementsprechend auf sehr viel Hilfe angewiesen und wäre aus dieser Sicht nur eine Belastung für einen Partner. Dann gibt es da noch meine Skoliose, die meiner Behinderung mit sich bringt und meinen Oberkörper verformt aussehen lässt.

Irgendwann habe ich es generell auch angezweifelt, dass ein Mann mich aufgrund dessen, dass ich im Rollstuhl sitze, attraktiv finden könnte. Ich fand irgendwann so gut wie gar nichts an meinem Körper schön, hatte dadurch unheimlich viele Komplexe entwickelt. Als Jugendliche hatte ich mich auch gefragt, ob ein junger Mann überhaupt eine Erektion kriegen würde, wenn er mich nackt sieht oder ob ich jemals ein Sexualleben führen würde.

Erst heute mit 27 Jahren kann ich sagen, dass mein Körper auch sehr schöne Stellen hat. Ich habe mit den Jahren Stellen an meinem Körper lieben gelernt, die ich früher absolut nicht schön an mir fand.

Wenn ich jetzt zurückblicke, wird mir bewusst, dass sich eine Zeit lang darauf erpicht war, möglichst viele Komplimente von Männern „zu ergattern“, um Bestätigungen zu bekommen und auch um mir selbst, aber auch meinem Umfeld zu beweisen, dass man mich durchaus attraktiv findet. Wenn ich beispielsweise ausgegangen bin und an einem Abend nicht genügend oder sogar gar keine Aufmerksamkeit von Männern bekommen habe, habe ich direkt angefangen, an mir zu zweifeln. Mir ist heute klar, dass das ein absolut falscher Ansatz war, mich selbst zu akzeptieren. Ich musste lernen mich mit mir selbst auseinanderzusetzen und nicht mehr so viel Wert darauf zu legen, wie ich beim anderen Geschlecht ankomme. Ich bin ehrlich gesagt immer noch sehr kritisch mit mir, aber ich bin definitiv zufriedener und glücklicher mit meinem Körper geworden.

Selbstverständlich höre ich immer noch gerne Komplimente und freue mich, wenn mich ein hübscher, junger Mann anflirtet, aber es bricht für mich nun keine Welt mehr zusammen, wenn ich nicht angesprochen werde.

Als Jugendliche hat man es generell schwer, weil man häufig unzufrieden mit sich selbst ist, aber wenn man dann auch noch von der eigenen Familie unbewusst eingetrichtert bekommt, dass man vielleicht als Partner aufgrund der Behinderung nicht ausreichen könnte, dann ist es ein verdammt langer Weg aus dieser Misere herauszukommen. Schließlich habe ich es irgendwann geglaubt und erwische mich immer noch dabei, wie zum Beispiel bei der Situation mit dem jungen Mann in der Bahn.

Mit meinen Selbstzweifeln habe ich mir wohl viele Möglichkeiten entgehen lassen…

Deshalb an alle Single-Ladys da draußen: Ihr seid wunderschön! Na klar, findet der Typ dich gut, wenn er dich in ein Gespräch verwickelt. Selbstzweifel zerfressen uns und verschleiert unseren Blick vielleicht auf die schönen Begegnungen in unserem Leben.

Konzentriert euch darauf euren Körper so zu lieben, wie er ist. Und dann alle Frauen, die eine Behinderung haben, hört auf euch darüber Gedanken zu machen, ob ihr euren Partner zur Last fallt oder nicht. Genießt das Leben und lasst die Dinge auf euch zukommen. Es bringt nichts vorher darüber nachzudenken, was alles vielleicht schwierig verlaufen könnte. Ihr werdet es nie herausfinden, wenn ihr es nicht ausprobiert… Wenn man selber an sich zweifelt, dann verunsichert das auch unser Gegenüber.

Ich finde sowieso, dass Menschen sich mehr trauen sollten, zu ihren Gefühlen zu stehen, und diese dem anderen mitteilen sollten. Was hat man schon zu verlieren? Eine Abfuhr schmerzt manchmal ungemein, aber danach kommen wieder schönere Momente… Und wer weiß vielleicht kommt es zur keiner Ablehnung?! Ihr dürft euch nur eure Chancen nicht entgehen lassen!

Bis bald…

Eure Katja <3

Sex oder kein Sex

 

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Ich liebe meinen Verlobten… Meinen Mann… Und so sehr liebe ich den Sex mit ihm. Eigentlich ganz einfach, oder? Zwei Menschen haben sich gefunden – sind beide davon überzeugt, dass sie die Liebe ihres Lebens an ihrer Seite haben – zwei, die nach zwei Jahren Beziehung mit Höhen und Tiefen immer noch verliebt sind wie am ersten Tag… Und doch ist alles so kompliziert! Sogar jetzt beim Schreiben füllen sich meine Augen mit Tränen, weil mich der Schmerz durchbohrt.
Ihr fragt euch jetzt sicher, worum es geht oder was passiert ist.
Alles begann mit unseren ersten Drehtagen mit einem Fernsehsender. Es sollte um uns als Paar und um unser Sexualleben gehen. Teil dieser kleinen Doku sollten auch unsere Sexualassistenten sein. Sie wollten allerdings nicht in der Doku mitwirken, weil sie nicht wollten, dass ihre Nachbarn und der Chef unseres Sexualassistenten von der Nebentätigkeit erfahren. Alles soweit natürlich verständlich und wir haben dies auch akzeptiert. Doch dann haben sie sehr bestimmend darauf gepocht, dass wir auf keinen Fall darüber sprechen sollen, wie teuer die Sexualassistenz ist. Das ging mir eindeutig zu weit!
Nicht mitwirken zu wollen, ist völlig in Ordnung, aber mir vorzuschreiben, meine Ausgaben und – ich betone – MEINE Ausgaben nicht offen zu legen, ist ein No-Go! Zumal ich nie den Namen unserer Sexualassistenten Preis gegeben habe, geschweige denn den Wohnort. Somit kann keiner nachvollziehen, mit wem wir zusammen gearbeitet haben.
Unsere Sexualassistentin hat mich noch einmal angerufen, um mir zu sagen, dass die Preisangaben, die ich in meinem letzten Blogeintrag gemacht habe, auf jeden Fall geändert werden sollen, indem ich bekannt geben soll, dass wir nur 120 Euro die Stunde zahlen. Dies entspricht einfach nicht der Wahrheit, denn dann würden wir nicht genau 360 Euro für zwei Stunden zahlen, sondern 240 Euro.
Ich habe mich so sehr überrumpelt gefühlt nach dem Telefonat und wütend zugleich! Tim und ich haben uns lange über die Reaktion unserer Sexualassistenten unterhalten und uns überkam solch ein unbehagliches Gefühl. Irgendwie haben wir uns verarscht gefühlt.. Haben sie uns etwa über den Tisch gezogen? Haben sie die 120 Euro die Stunde dem Finanzamt gemeldet und den Rest selbst einkassiert? Wir haben einfach nicht verstanden, warum wir nicht über den Preis reden dürfen, wenn an dem Preis doch alles in Ordnung ist.
Für Tim war klar, dass die Zusammenarbeit dadurch beendet ist. Ich war hin und her gerissen, aber eine solche radikale Entscheidung wollte ich nicht direkt treffen, obwohl ich wusste, dass er Recht hat. Ganz wohl war mir auch nicht bei dem Gedanken, weiterhin mit den beiden zusammen zu arbeiten.
Ich sage es euch: einmal im Monat Sex zu haben, ist verdammt hart (wir haben natürlich oft Oralsex). Aber nicht zu wissen, wann man das nächste mal Sex haben wird, ist in meinen Augen einfach nur menschenunwürdig… Ich fragte mich, warum ich mich nicht wie Tim so entschlossen dagegen entscheiden konnte. Mir war eigentlich klar, dass ich unsere Sexassistenten nicht mehr beim Sex dabei haben möchte.
Während ich über die ganze Sache nachdachte, schwirrten mir ihre Worte aus unserem letzten Telefonat in meinem Kopf herum: „Wir haben uns deinen Blog angeschaut. Er ist zwar ganz nett aufgebaut, aaaber wann habt ihr denn an uns bitteschön 500€ gezahlt? Wir sind euch doch extra mit dem Preis entgegen gekommen!? Ich muss schon sagen, dass wir ein wenig enttäuscht waren als wir das gelesen haben. Ich bitte dich deshalb das alles zu überdenken und deine Preisangabe zu ändern und zu schreiben, dass ihr nur 120€ die Stunde zahlt!“, das sagte sie mir in einem sehr bestimmenden Ton.
Ich war wirklich empört nach dem Gespräch. Ich erinnerte sie daran, dass sie durchaus 460€ von uns verlangt haben. Erst nach dem wir gesagt haben, dass uns das zu teuer ist, sind sie auf 360€ runter gegangen. Aber auch nur wenn wir dann zu denen fahren. Glücklicherweise habe ich alle E-Mails behalten, die wir uns in unserer Zusammenarbeit zugeschickt haben und in denen man nachlesen kann, dass die Preise unheimlich schwankten. Ganz am Anfang haben wir jeden Monat einen anderen Preis gezahlt. Von ca. 300€ bis 460€ war alles dabei, mit den kuriosesten Begründungen dafür…mal haben sie sich verrechnet, dann haben sie sich einen „Erlebnisbericht“ von uns gewünscht und es deshalb günstiger angeboten… Nach drei/vier Monaten war uns das zu bunt und wir haben gesagt, dass wir die schwankenden Preise ziemlich undurchsichtig finden und uns daher einen konstanten Preis wünschen. Zumal war es irgendwann anstrengend noch eine Art „Aufsatz“ über unser Sexleben zu schreiben. Schließlich haben wir immer eine Menge Geld bezahlt, da ist eine weitere Gegenleistung für die Sexassistenz überflüssig. In den Mails sprachen sie immer von einem Obolus von 360€, 410€, 460€ usw. Ein Obolus…
Wir hätten es längst beenden müssen. Warum haben wir es mitgemacht?
Weil wir leider nicht die Qual der Wahl haben bezüglich der Sexassistenz. Es gibt ziemlich wenige Sexassistenten in Deutschland, was zur Folge hat, dass sie ihre Preise willkürlich bestimmen können. Dadurch, dass so wenige diese Dienstleistung anbieten, verleiht dies den vorhandenen Sexassistenten eine enorme Macht. Als Klient ist man vollkommen machtlos und ausgeliefert, wenn man solchen Preisen ausgesetzt wird. Man denkt sich: Entweder ich zahle diese Summe oder ich habe keinen Sex mit meinem Partner.
Und an alle, die jetzt denken: „Es ist doch nur Sex! Die Hauptsache ist, dass ihr euch habt.“ Das habe ich in den letzten Tagen so oft gehört. Es ist wahrscheinlich gut gemeint, aber es tut so schrecklich weh sowas zu hören! Denn durch die ganze Aktion haben mein Partner und ich ein ganz großes Stück Lebensqualität verloren… Sex ist für mich nicht einfach nur ein Weg meine Triebe zu befriedigen, wobei das natürlich ein wichtiger Aspekt ist. Beim Sex kann ich meine Liebe, meine Leidenschaft zu meinem Partner zum Ausdruck bringen; es ist eine weitere Möglichkeit mich komplett fallen zu lasse. Seit dem Sex mit Tim fühle ich mich um einiges attraktiver, begehrenswerter, weiblicher…Sex hat einen positiven Einfluss auf das eigene Selbstwertgefühl. Beim Sex fühle ich mich Tim einfach so nah, ich liebe das Gefühl, wenn er in mir drin ist…denn dann sind wir irgendwie eins. Ich könnte noch so viele weitere Punkte aufzählen, die für Sex sprechen und das werde ich auch, nur in einem anderen Blogeintrag.
Sex gehört für mich zu einer Beziehung und ich will auf gar keinen Fall darauf verzichten! Während unserer Zusammenarbeit haben wir uns bereits nach anderen Sexassistenten umgeschaut, leider ohne Erfolg. Wir sind zu einer Sexassistentin zum Vorstellen gefahren. Diese hat uns in ihrer Fußpflegepraxis empfangen. Als wir reinkamen rochen es sehr stark nach Desinfektionsmittel, was ja für sie spricht, aber es trägt keiner erotischen Stimmung bei. Sie bat uns in das Zimmer, in dem Tim und ich in Zukunft miteinander schlafen sollten. Ich schaute mich um und musste feststellen, dass dieses Zimmer exakt wie ein Behandlungszimmer beim Zahnarzt ausgestattet war, mit dem gleichen Stuhl etc. Hätten wir einen Fetisch für Desinfektionsmittel usw., wäre das Zimmer bombe zum poppen. Als wir dann nachfragten, wie viel uns der Spaß kosten würde, bekamen wir den Schock unseres Lebens! Sie wollte für zwei Stunden bei Tim Zuhause ca. 510€ und 410€ bei sich in der Praxis. Wohlgemerkt konnte sie uns dort nur eine Luftmatratze anbieten. Für das Gespräch allein, ohne jegliche Dienstleistung, wollte sie 90€ von uns haben. Nach 15/20min. war uns klar, dass das nichts wird und wir wollten uns von ihr verabschieden, woraufhin sie ausdrücklich auf ihre 90€ bestand, weil die Stunde schließlich angefangen habe.
Ich würde sagen, wir denken uns unseren Teil dazu…
Fakt ist: Ich möchte mich nie wieder ausgenutzt fühlen und mich erpressbar machen und schon gar nicht im Zusammenhang mit meinem Sexleben.

Nun ist es so, dass wir seitdem jedes Wochenende eng umschlungen im Bett liegen, ich seinen erregten Penis an meinem Oberschenkel spüre…es mich natürlich enorm erregt… unsere Augen füllen sich in solchen Momenten häufig mit Tränen…Früher war der nächste Termin bei unseren Sexassistenten ein tröstender Gedanke in solchen Momenten, jedoch jetzt plagt uns die Ungewissheit…
Dieses Problem wäre zu lösen, mit einer Assistenz, die vielleicht etwas mehr Ehrlichkeit besitzt… Ich möchte hier nicht alle ausgebildeten Sexassistenten über einen Kamm scheren, aber es ist sehr fraglich, dass die meisten von denen unbezahlbare Preise verlangen. Diese Preise stehen in keinem Verhältnis zu dem, was Prostituierte oder andere Sexarbeiter mit viel intimerem Körpereinsatz für ihre Leistungen verlangen. Ich hoffe nur sehr, dass es da draußen Sexassistenten gibt, in denen – ich würde mal sagen – die Geldgier nicht stark ausgeprägt ist und die dann auch aufgrund des seltenen Angebots ihre Macht nicht ausspielen. Denn das ist das, was ich aufgrund meiner Erfahrung mit ausgebildeten Sexassistenten mit ihnen verbinde.
PS: Alles, was ich euch hier erzählt habe, schrieb ich in einer Mail an unsere Sexassistenten nieder. Bislang kam noch keine Antwort…

Eure Katja <3